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Flug und Fluch des Wellenreiters - Donnerstag, 27. Mai 2010
Da wir es in den beiden Beiträgen Mit MACH-10 in den Orbit und in den Krieg und Maschinen für den schnellen globalen Kriegseinsatz bereits mit der beschleunigten Kriegsführung per Ramjet / Scramjet Hyperschall-Antrieben für die Realisierung der schlagartigen Global Strike Angriffswünsche des US-Militärs zu tun hatten, an dieser Stelle der Hinweis auf ein weiteres, von der US Air Force als "historisch" bezeichnetes Ereignis, das am 26. Mai 2010 über dem Point Mugu Naval Air Warfare Center Sea Range Testgebiet im Pazifischen Ozean stattfand.
Wie die Wright-Patterson Air Force Basis in ihrer Pressemeldung X-51 Waverider makes historic hypersonic flight mitteilte, wurde gestern mit einem B-52 Stratofortress Bomber die experimentelle X-51A Waverider Testrakete in einer Höhe von 50000 Fuß über dem Testgebiet ausgeklinkt. Danach beschleunigte ein taktischer Raketen-Booster der Army die X-51A Waverider zunächst auf eine Geschwindigkeit von Mach 4,8. Nach Abkoppelung des Boosters wurde der Scramjet Antrieb aktiviert, der von dem Unternehmen Pratt & Whitney Rocketdyne (klingt auch ein wenig nach Cyberdyne Systems, gell?) gebaut wurde. Weitere Beteiligte am Bau und der Konstruktion der X-51A sind die DARPA, die Skunkworks Abteilung für experimentelle Fluggeräte bei Boeing und das Air Force Research Laboratory. ![]() X-51A Waverider Foto: Wright-Patterson Air Force Base / Pratt & Whitney Rocketdyne. Der Scramjet Antrieb und beschleunigte die X-51A für weitere 200 Sekunden. Dabei erhöhte sich die Geschwindigkeit der X-51A noch einmal auf Mach 5. Zum Vergleich: Die Spitzen-Geschwindigkeit der SR-71 Blackbird von Lockheed lag bei ca. Mach 3, ein Marschflugkörper wie die deutsch-spanische Taurus Cruise Missile erreicht maximal Mach 0,95, die Hellfire Raketen Mach 1,7. Eigentlich war laut der Ankündigung des Testflugs eine Dauer von 5 Minuten bei einer Spitzengeschwindigkeit von Mach 6 geplant, aber wegen einer "Antriebs-Anomalie" wurde der Flug nach 200 Sekunden abgebrochen. Im Vergleich zu den 10 - 16 Sekunden bei Mach 7 der X-43A Testrakete im Jahr 2004 (s. Links oben) aber ein weiterer Hüpfer vorwärts. Zumal auch dieser Testflug der Gewinnung von Daten über die Flugeigenschaften, das verwendete Material und die Stabilität des Flugkörpers für weitere Experimente diente. Das sich nicht nur das US-Miltär für den Scramjet interessiert, u. a. als neuer Antrieb für zukünftige Mittel- und Langstreckenrakete, für die Abwehr-Raketen ihrer "Schutzschirme" gegen Langstrecken- bzw. Interkontinental-Raketen, für unbemannte Killer-Drohnen oder gar für Truppen-Transporter, wurde ja bereits andernorts erwähnt. Spätestens in ein, zwei Jahrzehnten soll es was werden mit dem Scramjet, was ja passend wäre, wenn bis dahin global überall die Hütte brennt. Wer sich Videos anschauen will: Bei DVIDS gibt es ein Video zu den Vorbereitungen, dem Start mit dem B-52 Bomber und dem Testflug der X-51A. Interessant ist auch der Artikel Hypersonic Cruise Missile: America's New Global Strike Weapon von Noah Shachtman bei Popular Mechanics. Das Ares Weblog der Aviation Week berichtete im Beitrag Hypersonic BrahMos Missile Ready for Testing by 2015 über die BrahMos Überschall-Marschflugkörper, einem russisch-indischen Gemeinschaftsprojekt, das laut der Aussage des BrahMos Aerospace CEO im Ares Beitrag eine Hyperschall-Version des Raketensystems in der Planung hat. Testbeginn wie gesagt ab 2015.
Geschrieben von Kai Raven
in Drohnen, Rüstung, Wissenschaft
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16:33
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Digitale DNA und Fingerabdrücke für DARPAs Cyber Genome Programm - Mittwoch, 27. Januar 2010"Ziel des Cyber Genome Programms ist es, revolutionäre Techniken für Cyber-Verteidigung und -Ermittlungen zur Sammlung, Identifizierung, Charakterisierung und Einordnung der Eigenschaften und Verbindungen von digitalen Artefakten zu entwicklen, die von Software, Daten und / oder Nutzern erfasst wurden, um die Strafverfolgungsbehörden, Spionageabwehr und Cyber-Verteidigungsteams des US-Verteidigungsministeriums zu unterstützen. Digitale Artefakte können von aktuellen Systemen (traditionelle Computer, PDAs und / oder verteilten Informationssystemen wie "Cloud Computer") erfasst werden, von kabelgebundenen und Fun-Netzwerken oder von Speichermedien. Die zu erfassenden Formate können elektronische Dokumente oder Software (um bösartige Software - Malware einzuschließen) umfassen. Das Cyber Genome Programm wird verschiedene Programmphasen und Technikfelder umspannen. Jedes der Technikfelder wird das Cyber Äquivalent zu Fingerabdrücken oder zur DNA entwicklen, um das digitale Gegenstück zu Genotypen genauso wie zu beobachteten und von ihnen abgeleiteten Phänotypen zu entwickeln, um Identität, Abstammung und den Ursprung digitaler Artefakte und Butzer zu bestimmen."
So lautet die verquaste und nebulöse Zielbeschreibung eines der neuen Programme des Strategic Technology Office der DARPA, die sie ständig ausstößt, anlässlich der Einladung zu einer ersten Informationsveranstaltung für interessierte Forschungseinrichtungen und Unternehmen, die während der vierjährigen Laufzeit von den 43 Millionen US$ profitieren wollen, die für das Cyber Genome Programm von der DARPA ausgeschüttet werden.Diskussionen, Programme und Politik zu Cyber-Defense, Cyber-Crime, Cyber-Spionage, Cyber-Terrorismus und Cyber-War haben ja international und insbesondere in den USA zur Zeit Hochkonjunktur. Nach den konventionellen Kriegen der Vergangenheit und Gegenwart, den Drohungen von Kriegen und Anschlägen mit ABC-Waffen, nachdem auch der Orbit mit Spionagesatelliten und militärischen Abwehrsystemen kolonisiert wurde und die kleine oder organisierten Kriminalität im Real-Life plagt, drängen sich seit einiger Zeit die militärischen und polizeilichen Fronten im Internet und in Netzwerken in den Mittelpunkt. Je nach Ausrichtung sind es mal wieder die "Horden der gelben Gefahr", die ihre Hacker- und Spionagebrigaden ins virtuelle Feld führen oder die "ausländischen Spione des Westens", die zu "Cyber" Krieg und "Cyber" Spionage blasen. Übergreifend geeint im Krieg gegen einen nicht-staatlichen "Cyber" Terrorismus als Fortsetzung des "Krieges gegen den Terror" mit Militär- und Polizeinsatz außerhalb der Netze, der bis jetzt mehr als Schreckgespenst existiert. Und wäre es nicht schrecklich genug, gibt es auch noch das große Feld der "Cyber" Kriminellen, denen – wenn man den Pressemeldungen und -mitteilungen folgen will – tagtäglich Millionen zum Opfer fallen und die Millionen von Internetnutzern, die sich "cyber-kriminell" betätigen können oder das Potential zum "Cyber-Kriminellen" oder "Cyber-Terroristen" in sich bergen, wenn man sie und das Netz nicht der fürsorgenden und strengen Regulierung, Kontrolle, Überwachung und Strafverfolgung unterwirft. Tatsächlich gibt es vieles vom "Cyber-Bösen" – mehr oder weniger. Eben vieles, was auch außerhalb der Netze und Netzwerke existiert und sich technisch umsetzen lässt. Ist ja eine Binsenweisheit. Deshalb ist verständlich, dass man auch in Unternehmen, staatlichen Institutionen, Netzwerken und im Internet tatsächlichen Bedrohungen und Gefahren mit sinnvollen und abgewogenen Maßnahmen und Techniken begegnet. Das sich darüber alle Geister streiten und das Pendel im letzten Jahrzehnt immer mehr und einseitig in Richtung Sicherheit und Ordnung ausgeschlagen ist, dürfte klar sein. So mag auch ein Projekt wie das "Cyber Genome Programm" wie viele ähnliche Programme nur ein zweckmäßiger Ansatz zur Bekämpfung des "Cyber-Bösen" sein, wenn es nicht schon aufgrund seiner nebulösen Umschreibung nach Dingen wie Techniken zur "Online-Durchsuchung", der Deep Packet Inspection Durchleuchtung in Systemen wie Einstein, dem Durchsieben des Netzwerkverkehrs mit Überwachungsprogrammen, der Nutzeridentifizierung oder der IP-Spurverfolgung stinken würde. Zumal, wenn eine eine Behörde des US-Militärs, das sich auf dem Gebiet der "Sammlung, Identifizierung, Charakterisierung und Einordnung" biometrischer Merkmale sehr engagiert zeigt, davon anfängt, Begriffe und Techniken der DNA- und Genom-Analyse auf uns und unsere Daten zu übertragen. Siehe auch: NewScientist - A telescope that sets its sights on cyber-crime (04.02.2010) Federal Computer Week - DARPA: Calling all cyber geneticists (29.01.2010) Federal Computer Week - DARPA eyes digital fingerprints to track computer attacks (26.01.2010) Heise - Europäischer Polizeikongress: Deutschland stellt sich der Cyber-Herausforderung (02.02.2010)
Geschrieben von Kai Raven
in Data Mining / Fusion, DNA, Geheimdienst / Polizei, Internet / TeKo, Rüstung, Software, Terror
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11:16
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Krabbelnde, springende und fliegende MAST Überwachungsroboter - Mittwoch, 14. Januar 2009
Der Aviation Week Artikel Unmanned Vehicles Mimic Insects vom 12. Januar 2009 stellte die Zielsetzungen und Forschungsbereiche der Micro Autonomous Systems and Technology (MAST) and Collaborative Technology Allianz, über die im Beitrag Unbemannte Invasoren in der Stadt berichtet wurde, aus Sicht von Aaron Penkacik vor, dem Leiter der Electronic & Integrated Solutions Abteilung von BAE Systems.
BAE Systems führt laut der Pressemitteilung BAE Systems led team to develop miniature robots for military use vom 28. April 2008 die MAST Forschungsallianz an, die verschiedenste fliegende, hüpfende und kriechende Mini-Roboter für MAST entwickeln wird. Neben den BAE Forschungslabors sind die Universität von Kalifornien, das Institut für Technologie und das Jet Propulsion Labor in Kalifornien, das Institut für Technologie in Georgia, die Universität von New Mexico, die Technische Universität von North Carolina, die Universität von Mailand in Italien und die Universität von Sydney in Australien am MAST Programm beteiligt. Zur Verwirklichung der MAST Albträume erhielt BAE Systems vom U.S. Army Research Laboratory einen Forschungsvertrag über 38 Millionen US$, mit denen zunächst bis 2013 mit Option zur Verlängerung bis 2018 die MAST Mini-Roboter erforscht und entwickelt werden sollen. Mit dem Masseneinsatz der Mini-Überwachungsroboter dürfte also bis zu den 20er Jahren dieses Jahrhunderts nicht zu rechnen sein. Bis dahin hat man vielleicht auch das Ausmaß an Effizienz und Miniaturisierung der Körperkonstruktionen, Sensoren, Kommunikationsmodule und Energiequellen erreicht, dass die Roboter tatsächlich in Bau gehehn können. Wie bereits im Beitrag über die "Invasoren" beschrieben, geht es darum, die Mechanismen und Funktionen bei Tieren zur Energieversorgung ihres motorischen Apparats, zur Kommunikation innerhalb eines Gruppen- oder Schwarmverbandes und besondere Bewegungs- und Flugeigenschaften von Insekten besser zu verstehen und sie auf insektoide Mini-Roboter zu übertragen. Die Mini-Roboter, die eines Tages autonom und sich selbst organisierend in Schwarmverbänden operieren sollen, fungieren dann als Knoten in Netzwerken, die der Kommunikation und Datenübertragung von Kampfverbänden dienen. Daneben stellt jeder Mini-Roboter die mobile Plattform für verschiedene Sensoren, zu denen laut der FAQ zu MAST Videokameras, Mikro-Radar, Mikrofone, Wärme- und Bewegungssensoren zählen, so dass sie zu "Augen und Ohren" der Einsatzkräfte werden, die für sie in "städtischen Umgebungen und in komplexen Terrains" wie Höhlen, Tunneln, Straßen, Wohnräumen und Häusern auf Spionagetour gehen oder sich mit ihren elektronischen Komponenten zur elektronischen Kriegsführung in fremde Netzwerke einhacken, um zum Beispiel Datenübertragungen und den Kommunikationsverkehr zu stören oder abzuhören. Im Aviation Week Artikel beschrieb Penkacik, wie ein arbeitsteiliger Einsatz einer Mini-Roboter Gruppe aussehen könnte: "Du willst irgendwo Aktivitäten überwachen, weil Du denkst, dass man dort gerade dabei ist, Bomben zuammenzubauen. Wie würde der Schwarm aussehen, den du ausgesetzt hast, um die Überwachung für eine Woche zu gewährleisten? Er würde einen fliegenden Roboter mit einer Videokamera beinhalten, der auf einem Gebäude der Straße hockt und möglichweise solange im Schlaf-Modus bleibt, bis der akustische oder seismische Sensor eines krabbelnden Roboters innerhalb des Zielgebäudes die Ankunft eines Fahrzeugs feststellt. Über das ad hoc Netzwerk [der Roboter-Gruppe] werden die Sensoren [des fliegenden Roboters] aktiviert und dessen Überwachungsmission gestartet. Du kannst die Aktivitäten überwachen und zusätzliche Roboter dem Schwarm hinzufügen."
Eine optischen Eindruck von den Vorstellungen der BAE Systems Wissenschaftler bietet eine Animation von BAE System zu MAST (hier als MP4 Datei), in der wie bereits zuvor in einer Animation des Air Force Research Laboratory (AFRL) die fliegenden, krabbelnden und springen MAST Roboter
in Spinnen-, Libellen und Vogelgestalt (neben einem iRobot PackBot) ihren Auftritt bekommen:
![]() ![]() Da die Größe der MAST Roboter die einer Biene bis zu einer Handfläche betragen soll, kann jeder Soldat eine bestimmte Menge der Mini-Roboter transportieren. ![]() Neben dem Abwurf und dem Transport durch Drohnen aus der Luft kann auch ein IRobot PackBot die Roboter zum Einsatzziel transportieren und ausladen. ![]() ![]() MAST Roboter in Gestalt eines fliegenden Insekts und in Spinnenform. ![]() Nach dem Auskundschaften folgt die Auslöschung. Zwei Abbildungen von BAE Systems zur möglichen Robotergestalt von der BAE Micro Autonomous Systems and Technology (MAST) Informationssseite: ![]() ![]() ![]()
Geschrieben von Kai Raven
in CCTV / Video, Drohnen, Roboter, Wissenschaft
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11:48
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Militärische Roboterschwärme für Hausdurchsuchungen - Donnerstag, 23. Oktober 2008
Die Science Fiction Fans werden die Sucher-Drohne aus "Dune" oder die Schwärme von Spider-Robotern aus dem Film "Minority Report" kennen, mit denen Menschen aufgespürt und ausgeschaltet werden können.
![]() ![]() ![]() Spider Suchroboter aus dem Film "Minority Report". Ähnlich wie bei den Schwarmverbänden unbemannter Drohnen, die im Idealfall nur noch von einem Flugoperator beaufsichtigt werden, aber ansonsten ihre Missionen aufeinander abgestimmt und autonom absolvieren, hat das US-Militär seit einiger Zeit auch Schwarmverbände von Bodenrobotern im Auge, die ein Operator beaufsichtigt. Ein Roboterschwarm aus 3 - 5 Robotern, jeder maximal 100 kg schwer, soll laut der Ausschreibung "im Innern von Gebäuden nach unkooperativen menschlichen Subjekten suchen und sie erkennen." Dafür soll im Rahmen des Projekts erforscht werden, welche Sensoren und Kameras die Roboter benötigen, um Körpermerkmale und -signale von Menschen zu erkennen, welche Software nötigt ist, damit sich die Roboter des Teams während ihrer Durchsuchungsaufträge miteinander koordinieren und in begrenztem Umfang Abwehrhandlungen der aufzuspürenden Personen umgehen können. Dazu zählt u. a. auch die Abschirmung des Operators, dessen Funktionen und Rollen in Rahmen der zunächst semi-autonomen Robotermissionen ebenfalls Gegenstand des Projekts ist. Wie man sich das bildlich beim US-Militär vorstellt, kann man sich in Abbildungen zu den Forschungsallianzen mit US-Universitäten für die Entwicklung mikro-autonomer Systeme und Techniken anschauen. Mit der beabsichtigten Entwicklung von Roboterschwärmen für das Aufspüren von Menschen in Gebäuden stehen Programme der DARPA wie das VisiBuilding Forschungsprojekt in Verbindung, die darauf abzielen, Gebäude von außen transparent zu machen, um zunächst zu erkennen, wie ein Gebäude aufgebaut ist und ob sich überhaupt lohnende Zielobjekte in ihm verbergen wollen und die "Manhattan Projekte" zum Aufspüren, Verfolgen und Ausschalten von Gegnern.
Geschrieben von Kai Raven
in Biometrie, CCTV / Video, Roboter, Rüstung
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11:21
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DARPA will mit GANDALF zaubern - Mittwoch, 8. Oktober 2008
The Register hatte im Beitrag DARPA to begin mysterious 'Project GANDALF' über ein neues, unter Geheimhaltung stehendes Projekt aus der Hexenküche der DARPA berichtet, das nach dem Magier im Herrn der Ringe mit dem Codenamen Gandalf" belegt wurde.
Der Beitrag gibt eine spärliche Information der DARPA zu "Gandalf" wieder:
The Gandalf program is an advanced technology and development and demonstration program that is seeking solutions to ... radio frequency (RF) geolocation and emitter identification using specific emitter identification (SEI) for specific signals of interest. The ultimate goal of the Gandalf program is to enable a set of handheld devices to be utilized to perform RF geolocation and SEI on RF signals of interest to the Gandalf program. The specific goals and performance objectives associated with RF geolocation and SEI for the Gandalf system are classified.
Also eine Reihe von Handgeräten, die Funkfrequenzen und spezielle Daten oder Identifizierungsdaten, die vom Sender abgestrahlt werden, ab- oder auffangen, um den Sender zu identifizieren und zu lokalisieren.Im Artikel wird gemutmaßt, dass Mobilfunkgeräte das Ziel sind, deren Träger man mit Hilfe der Handgeräte lokalisieren und verfolgen möchte. Wahrscheinlich hat man die Handys von "Terroristen" im weitesten Sinne und Kämpfern in Palästina, Pakistan, Afghanistan und im Irak im Auge, deren Funkverkehr bereits mit Drohnen überwacht wird. Da man alle Handys erfassen können möchte, denke ich nicht, dass man von Handys spricht, die bereits RFID Funchips enthalten oder GPS-Module. Hört sich fast danach an, als wollte die DARPA IMSI-Cather auf Handgerät-Größe schrumpfen lassen, die man dann drei Personen von Spezialkräften mitgibt, die dann "Basisstation" spielen, die IMSI abfangen und das Handy per Triangulation lokalisieren und verfolgen. Der Gedanke kommt mir jedenfalls nach Artikeln wie Tracking a suspect by mobile phone der BBC aus dem Jahr 2005. Würde auch in Woodwards geheime Militärprogramme zur Lokalisierung und Verfolgung mit anschließender Eliminierung hineinpassen. Oder ist das eine abwegige Spekulation? Diese Information könnte eine mögliche Erklärung bieten, in welche Richtung "Gandalf" auch gehen könnte. Im Budgetantrag der U. S. Army für Forschung und Entwicklung, der im Februar 2007 für das Jahr 2008 eingericht wurde, findet sich das Projekt 906 "TAC EW TECHNIQUES" (Taktische Techniken der Elektronischen Kriegsführung), das laut Antrag bis 2013 angelegt ist. Darin heißt es:
This project researches and applies key electronic warfare (EW) technologies to intercept and locate current and emerging threat communications and non-communications emitters to provide vital, quality combat information directly to users in a timely actionable manner in accordance with concepts for Future Force intelligence operations. This project contributes to the commanders ability to see the enemy, both as a unit and as part of a complex, adaptive organization, allowing a "See First, Understand First, Act First" standard of operations. This project investigates radio frequency (RF) collection and mapping technologies to offer real time emitter detection, location, and identification. Efforts include adding an autonomous RF collection capability and algorithms into tactical software defined radios to detect, locate and display enemy RF emissions. It also evolves electronic attack (EA) components into smaller, lower power, lightweight, common modules that counter modern threat Command, Control, Communications, Computers, Intelligence, Surveillance, and Reconnaissance (C4ISR) systems. In addition, this project enables a remote capability to disrupt, deny, or destroy threat communication signals. Other research areas include fusion (automated assimilation and synthesis) of battlefield intelligence data to enable interpretation of current and future enemy activities and allowing development of courses of action in time to act decisively and in a pre-emptive manner.
Siehe auch:In FY06, developed electronic support for the Future Force sensor model; integrated electronic support measure (ESM)/signals intelligence (SIGINT) algorithms into ground sensor systems; developed and investigated adaptive/smart antenna processing techniques to enhance baseline information operations system; investigated novel radio frequency probing and other techniques for detection, location, and selective neutralization of triggering devices. In FY07, collect target vulnerability data, continue development of adaptive array processors for use in a tactical setting to counter problems associated with multipath, co-channel, and co-site interference, and to provide a precise geolocation capability; develop more effective techniques using broad range of target focused information operations (IO) algorithms based on individual target transmission parameters rather than brute force techniques; begin development of effects based IO deception techniques to influence a potential targets plan of action. In FY08, will continue algorithm development for an expanded range of potential targets, as well as software development for data thinning and nodal analysis applications; will expand algorithms development for larger range of targets; will continue deception and effects algorithm development. In FY09, will investigate and develop techniques to engage emergent communications technologies for inclusion into IO techniques database; will refine IO techniques database for access and use by other users including Joint Service and other members of intelligence community Danger Room - Darpa Launches Secret 'Gandalf' Project
Geschrieben von Kai Raven
in Anonymität, Chips, Drohnen, Geheimdienst / Polizei, Internet / TeKo, Rüstung
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23:48
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BATS oder Intelligente organische Drohnen - Freitag, 3. Oktober 2008
Über ein mysteriöses Forschungsprogramm bin ich bei den Recherchen zur Ergänzung des Beitrags Unbemannte Invasoren in der Stadt gestolpert, das an die niederländische Vogel-Drohne erinnert, nur das man es hierbei mit der fortschrittlichen "3.0" Version zu tun hätte.
An der gleichen Universität von Maryland, an der in Kooperation mit der NASA, DARPA und den militärischen Forschungsinstitutionen der Navy und Army Mikro-Drohnen und -Roboter entwickelt werden, arbeitet man auch im Rahmen des Biomechanical Aerial Technology System (BATS) Programms zusammen mit dem für seine enge Kooperation mit dem US-Militär bekannten Langley Forschungszentrum der NASA im Morpheus Laboratory an der Entwicklung einer "intelligenten organischen" Vogel-Drohne. Zur BATS Drohne gibt es nur die Informationen des Morpheus Labors und Erwähnungen in dem alten Artikel Flying creatures may help create aviation of future von USA Today aus dem Jahr 2007. Der Artikel von USA Today geht aber mehr in Richtung der Silent Aircraft Initiative, die auf die Entwicklung "ultra-geräuscharmer und energieeffizienter Flugzeuge" abzielt, was natürlich Kampf- und Überwachungsdrohnen ebenfalls von Nutzen wäre. Bei der NASA, auf militärischen Sites und sonstwo im Web waren keine weiteren Informationen von mir aufzufinden. Auf der BATS-Seite des Morpheus Labors wird das Forschungsprogramm so beschrieben: Das BATS Programm ist ein NASA Langley Forschungsprogramm, an dem das Morpheus Lab als Partner beteiligt ist. Die Bemühungen zielen auf die Entwicklung des ersten Fluggeräts ab, das ähnlich biologischer Organismen vollständig aus verteilten Systemen konstruiert ist. Der organische Ornithopter wird aus integrierten und verteilten Schichten aktiver Materialien (d. h. Muskeln), verteilten sensorischen Schichten (d. h. Nerven) und einem verteilten Energiespeicher- und -versorgungssystem [Anm.: MEMS Mikro-Turbinen, -Generatoren und -Pumpen] bestehen. Das wird ähnlich wie bei biologischen Organismen sein, die vollintegrierte verteilte Funktionssysteme besitzen. Das Fluggerät wird autonom fliegen, was Sinnesempfindungen und intelligente Algorithmen zur Steuerung erfordert.
Zur beabsichtigten Gestalt und Flugform gibt es nur diese Konzeptgrafik:
Das ambitionierte Forschungsprogramm strebt die Demonstration der Realisierbarkeit der Konstruktion und Entwicklung organischer Fluggeräte an, die, wie wir hoffen, eines Tages die Luftfahrt und die Roboter-Industrien revolutionieren werden. ![]() Untertitel: Intelligent Organic Aircraft. Die Bestrebungen, völlig neuartige Drohnen mit smarten Materialien und Sensoren, die entweder dem ganzen Fluggerät oder Teilen ein organisches Äußeres und biologisch-organische Gestaltungsmöglichkeiten verleihen, die u. a. auch neue Oberflächen zur dynamischen Tarnung und die flexible Umwandlung von Teilen des Flugköpers ("Morphing") einschließen, sind auch von anderen Seiten bekannt. So entwickelt die Cornerstone Research Group als Partner der U. S. Air Force für deren Forschungsprogramme zu Kampf-Drohnen mit wandelbaren Flügeln und "selbstheilenden" Polymeroberflächen entsprechende Materialien und Unternehmen wie Lookheed Martin, Athena oder NextGen Aeronautics sind oder waren an Forschungsprogrammen zur Entwicklung von Drohnen mit transformationsfähigen Flügeln wie dem abgeschlossenen Morphing Aircraft Structures Programm der DARPA beteiligt. An der Spitze der Vorbilder aus der Natur, die das Militär für Materialien, den Aufbau, die Sensorik und Flügel zukünftiger Drohnen nachahmen will, steht neben Fliegen, Libellen, Mauersegler, Schwalben und Kolibris auch die Fledermaus, deren Eigenschaften für den Einsatz von Mikro-Drohnen in Städten in mehrer Hinsicht interessant sind – allein schon aufgrund ihrer hohen Wendigkeit, Fluggeschwindigkeit, Größe und ihres Gewichts, die zum Beispiel bei der Zwergfledermaus maximal 7 g / 4,6 cm betragen. ![]() Im Zentrum der Forschung steht der Bewegungsapparat und die Flugmembranen der Fledermäuse, die für die U. S. Air Force u. a. im Fluid Mechanics Labor der Brown Universität im Rahmen des Fledermaus Flug Forschungsprogramms mit Förderung von der National Science Foundation (NSF) und dem Air Force Office of Scientific Research (AFOSR) untersucht werden. Aus dem Flyer der Euopean Science Foundation (ESF) (nur über die dortige Seite zu beziehen) via Mitteilung des Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienstes der EU CORDIS: COURSE OBJECTIVESMorphing vehicles are able to adapt and extend performance to carry out missions and roles through reconfiguration of shapes, constituent properties and functions. Aircraft are often expected to perform under severe theatre conditions where the military attack vehicles or even transport aircraft are deployed in conditions beyond their design configurations. For fixed wing aircraft, it would be necessary for the vehicle to adapt to new conditions with increased lifting area or enhance performance by deploying a new winglet configuration or switch to an alternate control system which would enable the vehicle to complete its current mission by adapting itself to the increased level of demand on its performance. A multi‐point design adaptability to execute different missions would thus be essential features of such morphing vehicles. Smaller MAUV can be configured to cover different types of roles for a more local deployment. The Advanced Course is intended to provide an overview of current and emerging technologies relevant to Morphing Aircraft. Experts working on different morphing systems and technology specialists will present course material through a series of lectures, design projects, demonstrations and discussions. The needs of, and ideas for, new technologies in their respective fields will also be examined.
Morphing vehicles are designed to adapt to different missions and roles through reconfiguration of shapes, constituent properties or functions. The course is intended to give an overview of current and emerging technologies relevant to morphing aircraft.
Beteiligte Universitäten und Forschungsinstitute: Air Force IT - Wright‐Patterson Air Force Base, University of California, University of Michigan, University of Liverpool, University of Bristol, Wageningen Universität, NASA Langley Research Center, Politecnico de Milano, MAVLab - University of Delft, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, IDMEC‐IST, Oxford University.Experts working on different morphing systems and technology specialists will present course material through a series of lectures, design projects, demonstrations and discussions. The needs of, and ideas for, new technologies will also be examined. Some of the topics to be covered during the course include:
Neben der ESF von der Research & Technology Organisation der NATO, dem Instituto Superior Técnico an der Technischen Universität von Lissabon, der Luftwaffe Portugals, dem Associated Laboratory for Energy, Transports and Aeronautics in Portugal und der Stiftung für Wissenschaft und Technik des portugiesischen Ministeriums für Wissenschaft, Innovationen und das Hochschulwesen gefördert. Wie man sieht ein Thema, das man für unsere Zukunft im Auge behalten sollte. Siehe auch: Defence Talk - Researchers Study Bats to Enhance Micro Air Vehicles (09.01.2008)
Geschrieben von Kai Raven
in CCTV / Video, Drohnen, Politik, Rüstung, Wissenschaft
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01:30
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FAST - Die Minority Report Überwachungsschleuse - Mittwoch, 24. September 2008
Wie das NewScientist Weblog Short Sharp Science im Beitrag Pre-crime' detector shows promise berichtet, baut das DARPA Pendant Homeland Security Advanced Research Project Agency (HSARPA) des US-Heimatschutzministeriums ebenfalls an einer Voight-Kampff-Maschine zur Erkennung Verdächtiger und kann erste Testergebnisse vorweisen.
Im Rahmen der Human Factor Forschung des Heimatschutzministeriums läuft das Future Attribute Screening Technologies (FAST) Forschungsprogramm, dessen Ziel es ist, eine neuartige Sicherheitsschleuse zu entwerfen, in der Personen während des Hindurchgehens mit einer Reihe von Sensoren und Videokameras beschnüffelt werden, um Körpermerkmale, Gefühlsregungen und Veränderungen in ihrem Verhalten aufzuspüren, die als Signale auf Absichten hindeuten, das sie etwas Böses wie einen Terroranschalg im Schilde führen ("malintent", the intent or desire to cause harm). FAST wäre damit etwas wie ein erweiterter Lügendetektor für die Massenanwendung, ohne das die überprüften Personen wie zum Beispiel bei den richtigen Lügendetektortests oder Methoden zur Messung von Gehirnwellenmustern (auf Deutsch in der Heise Meldung Hirnscans für den Lügendetektor vom 16.10.2008) direkt mit der Auswertungsmaschinerie verbunden werden müssen. Dazu wird mit Sensoren die Herzschlagfreqenz, die Veränderungen der Hauttemperatur und die Atemfreqenz gemessen. Wie es in dem FOX News Artikel Homeland Security Detects Terrorist Threats by Reading Your Mind heißt, sollen demnächst Scanner hinzukommen, die die Bewegungen der Augenpupille und -iris messen und bis 2010 auch olfaktorische Sensoren zur Analyse von Pheromonen, die der Delinquent verstärkt über seinen Schweiß ausschüttet, wenn ihn zum Beispiel die Angst vor Entdeckung plagt. Wertet die Sensorphalanx die aufgefangenen und analysierten Signale als Indiz für potentielles Missverhalten und kriminelles Handeln, wird die betreffende Person vom System markiert und anschließend näher verhört, wobei während des Verhörs ebenfalls "Lügendetektor" Messmethoden wie die Analyse minimaler Muskelbewegungen im Gesicht zugeschaltet werden. Für den ersten Feldversuch und die bis 2011 andauernden Forschungen wurde die FAST Messanordnung in einem großen Anhänger-Container untergebracht, der später auch als mobile Sicherheitsschleuse überall dort zum Einsatz kommen soll, wo größere Gruppen von Personen durchleuchtet werden sollen – an Flug- und Bahnhöfen, bei Veranstaltungen, Sportereignissen, im Rahmen von Massenverhören, Kontrollen an militärischen Sperrpunkten oder Demonstrationen. Wenn man sich nicht eh bereits vor den Iris-Scannern der automatischen Grenzkontrollen aufstellen muss, von Videoüberwachungskameras beobachtet, mit Körperscannern virtuelle entkleidet oder während einer Demonstration in einen Käfig gesteckt wird, wartet auch noch der Gang durch die Überwachungssschleuse. Bei Verhängung des Kriegszustands böte sich eigentlich nach dem Ausgang der Exitus durch ein Erschießungskommando an, wenn man von der Maschinerie als wahrscheinlicher Terrorist markiert wurde. ![]() Schema einer mobilen FAST Schleuse. Hier noch ein paar Eindrücke aus dem Video des US-Heimatschutzministeriums zur FAST Schleuse, das im FOX News Artikel verlinkt ist:
Siehe auch: Los Angeles Times - Detecting a crime before it happens USA Today - Anxiety-detecting machines could spot terrorists Telegraph - New airport screening 'could read minds' Los Angeles Times - High-tech surveillance greets junior hockey fans in Tri-Cities, Washington CNN - Behavioral screening – the future of airport security? Boston Globe - Spotting a terrorist IEEE Spectrum - Loser: Bad Vibes - A quixotic U.S. government new security system seeks to look into your soul
Geschrieben von Kai Raven
in Biometrie, CCTV / Video, Geheimdienst / Polizei, Wissenschaft
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Rätselraten über geheimes Kill-Programm des US-Militärs - Mittwoch, 10. September 2008
Bruce Schneier rätselt bereits in Secret Military Technology über Bob Woodwards Andeutungen über ein hochgeheimes Militärprogramm, das im Irak und in Afghanistan durchgeführt wird, um Aufständische, Taliban und ihre Anführer zu lokalisieren, anzuvisieren und gezielt zu töten. Anlass sind zwei Interviews mit Woodward, über das eine berichtet Schneier, über das andere mit Larry King auf CNN die AP in einer Meldung, die von Military.com mit dem Titel Woodward: Secret Ops Cut Iraq Violence wiedergegeben wird.
Woodward spricht von den geheimen Kapazitäten entweder als "Stoff, aus dem Romane mit militärischem Thema gemacht sind", setzt sie mit den militärischen Möglichkeiten gleich, die das Aufkommen von Panzern und Flugzeugen für die Kriegesführung bedeuteten, bezeichnet sie "als wunderbares Beispiel amerikanischer Genialität, mit der ein Problem während eines Krieges gelöst wurde" oder vergleicht sie mit dem Manhattan-Projekt zur Entwicklung der Atombombe. ![]() So etwas, nur anders. Nun gehen natürlich die Spekulationen los. Eine wäre, dass Woodward die Werbetrommel für sein neues Buch "The War Within: Secret White House History 2006-2008" rührt. Aber ich denke, das haben der Mann und seine Bücher nicht nötig, die verkaufen sich auch so. Dann würde das geheime Militärprogramm entweder durch neue technische oder menschliche Faktoren bestimmt. Der menschliche Faktor wäre zum Beispiel das Aufstellen von Todes-Schwadronen und Shoot-to-Kill Kommandos im großen Stil, auch mit Unterstützung von Söldnerverbänden, wie sie Blackwater anbietet oder "Contras" – damit hat man ja genügend Erfahrungen. Aber das über längere Zeit geheim zu halten, wäre schwierig und passt nicht zu den Andeutungen. Der technische Faktor könnten unbemannte Killer-Drohnen mit neuen Fähigkeiten sein. Aber deren Killer- und Überwachungs-Einsätze in Afghanistan, im Irak und im pakistanischen Grenzgebiet sind bereits bekannt. Es sei denn, im Ausland experimentiert und testet das US-Militär bereits mit Drohnen, Fahrzeugen und Einsatztrupps, die mit "Sensing through Walls" Technik ausgerüstet sind. Da das US-Militär immer wieder mit geheimen Satelliten-Programmen von sich reden macht, über die auch geschwiegen werden (muss), könnte es auch eine neue Satellitenart sein oder eine größere unbemannte Flugplattform, die nicht nur über neuartige Überwachungskapazitäten verfügt, sondern zugleich über ausgefeilte Kill-Funktionen. Vielleicht hat man denen Railguns oder Laserkanonen angehängt, mit denen das US-Militär seit einiger Zeit heftig experimentiert. Auf jeden Fall kann man mit 643 Milliarden US$ (Ja, fast so viel wie der ausgedachte Umfang des "Rettungspakets" der US-Regierung zur Milderung der amerikanischen Finanzkrise im September 2008), die ab 2009 für neue und geheime Satelliten-Programme wie u. a. das Broad Area Surveillance Intelligence Capability (BASIC) Satellitensystem und die Einrichtung des neuen National Applications Office (NAO) viel anfangen1. Das NAO wird als Schnittstelle und Durchschleuser zwischen der National Geospatial-Intelligence Agency (NGIA) und dem National Reconnaissance Office (NRO) und den militärischen, aber vor allen zivilen Sicherheitsbehörden dienen, denn mit dem NAO sollen Nutzung und Zugriff auf Spionagesatelliten und Aufklärungsaufnahmen, die von NGIA und NRO betrieben und produziert werden, für die inländische Überwachung des "Heimatlandes" massiv ausgeweitet werden. Robert Dreyfuss meint im The Nation Artikel Lethal High-Tech Counterinsurgency in Iraq, gestützt auf einen anderen Bericht der Washington Post und Woodwards Formulierung "[They use] every tool available simultaneously, from signals intercepts to human intelligence and other methods, that allowed lightning-quick and sometimes concurrent operations", dass es einfach die "Joint Task Force" Spezialeinheiten aus Militärs und Geheimdiensten im Irak und in Afghanistan sind, die alle Register ziehen, also die Aufklärungsdaten der Satelliten und Drohnen, die abgefangenen Inhalte überwachter Kommunikation, Informationen der Check-Points, Personenüberprüfungen und Durchsuchungen zusammenführen und so schnell verarbeiten, dass man effektiv zuschlagen kann. Das wird allerdings schon immer gemacht und das Spezialeinheiten und die Special Forces im Einsatz sind, ist ebenfalls "normal". Wenn es so ist, hätte Woodward allerdings tüchtig übertrieben. Die Bush-Administration geht nicht auf die Behauptungen von Woodward ein, versucht aber wie in der Pressemitteilung Afterword: Mr. Woodward's Reporting vs. Mr. Woodward's Editorializing vom 12. September, Woodwards Buch an sich mit den enthaltenen Aussagen zu Bushs Irakkrieg-Politik und seine Tätigkeit als Journalist zu diskreditieren. In der Einleitung schreibt White House Pressesekretärin Dana Perino: "A thorough and careful reading of the book leads us to conclude that Woodward's prologue and epilogue are not supported by his own reporting in the body of the manuscript. For a clear historical reading of the record we commend you to the following excerpts that support our view." Truthout weist im Beitrag Bob Woodward's Not-so-Secret Weapon in Iraq auf das 2007 gestartete "Continuous Clandestine Tagging, Tracking, and Locating (CTTL)" Projekts des US Special Operation Kommandos, der DARPA, Forschungseinrichtungen der Army und Air Force, der National Security Agency und der Defense Intelligence Agency hin, in das bis 2013 210 Millionen US$ inverstiert werden soll und auf den Endbericht "Transition to and from Hostilities" des Defense Science Board vom Dezember 2004, um die Verwendung des Begriffs "Manhattan Projekt" und die Lokalisierung und das Anvisieren in Woodwards Andeutungen zu erklären. Im Endbericht finden sich zum "Manhattan Projekt" folgende eindringliche Empfehlungen des Defense Science Board: Identifizierung, Lokalisierung und Verfolgung in der asymmetrischen Kriegsführung
Video- und Sensorüberwachungsnetzwerke, die in einigen Städten im Irak und in Afghanistan installiert wurden und der dortige erhöhte Einsatz unbemannter Drohnen und Roboter-Bodenfahrzeuge, Fokussierung der Videoüberwachung auf die "intelligente" Erkennung von Personen und Situationen, Großprojekte für international vernetzte Biometrie-Datenbanken, auf Muster- und Profilerkennung ausgelegte Data Mining und Fusion Programme der Geheimdienste zum Aufspüren von Personen und Gruppen, intensive Forschung zu Sensoren auf Mikro- und Nanoebene, Entwicklung und den Einsatz von Waffensystemen, die mit größerer Präzision und/oder Reichweite (Laser, Mikrowelle, Railguns, Spezialraketen für Drohnen) zuschlagen, Aufwertung und Aufrüstung der Satelliten-Aufklärung durch den Aufbau des National Applications Office (NAO) in den USA und neue Spionagesatelliten, die immer höhere Bodenauflösungen liefern und darauf ausgelegt sind, unter allen Wetterbedingungen nach unten spähen zu können, Identitätserfassung, Speicherung biometrischer Merkmale mit flächendeckenden Programmen im Irak, "Versorgung" der dortigen und globalen Bevölkerung mit smarten ID-Dokumenten und Geräten, die Funkchips und biometrische Techniken implementiert haben.
Wir empfehlen, dass der Verteidigungsminister, zusammen mit dem neuen Kopf der Geheimdienst Community, ein "Manhattan Projekt" ähnliches Programm für Identifizierung / Markierung, Aufspürung und Lokalisierung ("ID/TTL") auflegt. Wir sind der Ansicht, die Einrichtung solch eines Programms beinhaltet die Schaffung einer neuen Organisation, die einen allumfassenden technischen Ansatz bereitstellt, die Systeme und Technik zur Implementierung des Ansatzes, die Analysetechniken, die Sensordaten in nützliche ID/TTL Informationen umwandeln, die Außeneinsätze zur Ausbringung, Anwendung und Betreuung der Hard- und Software, die noch produziert wird und ein Feedback an die Führung des Verteidungsministeriums zum Einfluss der Schaffung von robusten ID/TLL Möglichkeiten auf diesbezügliche politische Entscheidungen und Richtlinien. ![]()
![]() ![]() Folien aus der CTTL Präsentation des Special Operations Kommando, September 2007. Aber auch das ist hinreichend bekannt. Bekannt ist nur nicht, ob die ganzen Bemühungen Bestandteil eines konzertierten "Manhattan Programms" in großem Maßstab sind. Übrigens wurde auch das (offiziell) eingestellte Total Information Awareness Projekt dereinst als "Manhattan Project" bezeichnet. Mehr zu sagen müsste man als verschwörungstheoretisch bezeichen, weil es dafür keine Beweise gibt. Zum "Programm" passt auch die am 1. Dezember 2008 veröffentliche Direktive 3000.07 des US-Verteidigungsministeriums zur irregulären Kriegsführung ("Irregular Warfare", IW), auf die der Artikel U.S. to Raise 'Irregular War' Capabilities in der Washington Post vom 4. Dezember 2008 eingeht. Als Resultat eines seit zwei Jahren andauernden Diskussionsprozesses im US-Militär und Antwort auf die laut Militärs größere Bedrohung durch die asymmetrische Kriegsführung durch Aufständische und Terroristen in "failing states", sieht sie vor, die Methoden, Truppen und Mittel der irregulären Kriegsführung, psychologischen Kriegsführung, der Aufstands- und Terrorbekämpfung aufzuwerten und auszubauen. Laut der Direktive ist ab jetzt die irreguläre Kriegsführung strategisch als genauso wichtig einzustufen wie die traditionelle Kriegsführung. Anders ausgedrückt, wird sich auch das US-Militär verstärkt der gleichen Taktiken und Strategien bedienen, die Aufständische, Oppositionsbewegungen und Terrorkommandos nutzen. Dazu zählt u. a. Aufrüstung, Aufstockung und verstärkter Einsatz aller Spezialeinheiten und ihres Kriegs- und Überwachungsinstrumentariums wie den oben genannten CTTL Kapazitäten:
3. USD(I). The USD(I) shall:
1 Government Executive - Congress cancels novel satellite program (21.10.2008)
Siehe auch: Washington Post - Under Obama, more targeted killings than captures in counterterrorism efforts (14.02.2010) Stern - Geheimoperation in Afghanistan - Mit Todeslisten gegen die Taliban (10.02.2010)
Geschrieben von Kai Raven
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