Sommerhass 2010 - 13.08.2010
Also wirklich. Jetzt ist der Sommer schon fast vorbei und ich hätte beinahe mein alljährliches Sommerhasser-Bild vergessen. Und das angesichts von Überflutungen, Feuerstürmen, der kommenden Hurrikansaison, abbröckelnder Gletscher und immer offener werdenden Seefahrtspassagen. Das darf natürlich nicht sein:
Geschrieben von Kai Raven
in Dies und Das, Fotografie, In Kürze, Klimakatastrophe
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13:03
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Fauna im Oktober 2008 - 22.10.2008
Fehlt ja nur noch die "Schwarze Witwe" oder die "Tiger Moskitos", die sich dank der Klimakatastrophe auch hier irgendwann wohlfühlen sollen.
Geschrieben von Kai Raven
in Fotografie, Klimakatastrophe
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19:26
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Arsch auf Grundeis - 08.10.2008
"Angesichts der mit dem Klimawandel einhergehenden zunehmenden Gefährdung durch Naturkatastrophen und der weltweit gestiegenen Bedrohung durch den internationalen Terrorismus müsse auf europäischer Ebene noch besser als bisher dafür gesorgt werden, dass Mitgliedstaaten der Europäischen Union oder Drittländer, die in Not geraten sind, schnell, koordiniert und wirkungsvoll unterstützt werden können.
Ich kann mir lebhaft vorstellen, dass Euch angesichts der Szenarien multipler und sich kumulierender Krisen und Katastrophen, die noch ins Haus stehen, immer mehr der Arsch auf Grundeis geht.
Wirksame Prävention und nationale Vorsorge sind der eigentliche Schlüssel zum Erfolg. Durch die Verhinderung oder die Begrenzung von Schadensereignissen wird mehr für Sicherheit und Wohlergehen der Bevölkerung erreicht, als spektakuläre Rettungsmaßnahmen bewirken können." Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister des Innern, Peter Altmaier, anlässlich des 4. Europäischen Katastrophenschutzkongresses in Bonn am 8. Oktober 2008. "Wir brauchen einfache, effiziente Möglichkeiten des Datenaustausches". Bei einer angestrebten europäischen Lösung sei Deutschland aber wegen seines föderalen Systems "nicht der pflegeleichteste Verhandlungspartner" (...) Die Umsetzung der sogenannten schwedischen Initiative, festgelegte Kanäle für einen Informationsaustausch der europäischen Partner zu nutzen, werde sich deshalb verzögern. "Wir brauchen ein bisschen mehr Zeit." Bundesinnenminister Schäuble zur internationalen Sicherheitskonferenz "Danziger Gespräche", die vom 7. bis 9. Oktober mit dem Leitmotiv "Internationale Zusammenarbeit zur Gewährleistung der Inneren Sicherheit in Europa" in Rostock stattfindet.
Geschrieben von Kai Raven
in Klimakatastrophe, Ökonomie, Politik, Terror, Überwachung
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18:43
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Rätselraten über geheimes Kill-Programm des US-Militärs - 10.09.2008
Bruce Schneier rätselt bereits in Secret Military Technology über Bob Woodwards Andeutungen über ein hochgeheimes Militärprogramm, das im Irak und in Afghanistan durchgeführt wird, um Aufständische, Taliban und ihre Anführer zu lokalisieren, anzuvisieren und gezielt zu töten. Anlass sind zwei Interviews mit Woodward, über das eine berichtet Schneier, über das andere mit Larry King auf CNN die AP in einer Meldung, die von Military.com mit dem Titel Woodward: Secret Ops Cut Iraq Violence wiedergegeben wird.
Woodward spricht von den geheimen Kapazitäten entweder als "Stoff, aus dem Romane mit militärischem Thema gemacht sind", setzt sie mit den militärischen Möglichkeiten gleich, die das Aufkommen von Panzern und Flugzeugen für die Kriegesführung bedeuteten, bezeichnet sie "als wunderbares Beispiel amerikanischer Genialität, mit der ein Problem während eines Krieges gelöst wurde" oder vergleicht sie mit dem Manhattan-Projekt zur Entwicklung der Atombombe. ![]() So etwas, nur anders. Nun gehen natürlich die Spekulationen los. Eine wäre, dass Woodward die Werbetrommel für sein neues Buch "The War Within: Secret White House History 2006-2008" rührt. Aber ich denke, das haben der Mann und seine Bücher nicht nötig, die verkaufen sich auch so. Dann würde das geheime Militärprogramm entweder durch neue technische oder menschliche Faktoren bestimmt. Der menschliche Faktor wäre zum Beispiel das Aufstellen von Todes-Schwadronen und Shoot-to-Kill Kommandos im großen Stil, auch mit Unterstützung von Söldnerverbänden, wie sie Blackwater anbietet oder "Contras" – damit hat man ja genügend Erfahrungen. Aber das über längere Zeit geheim zu halten, wäre schwierig und passt nicht zu den Andeutungen. Der technische Faktor könnten unbemannte Killer-Drohnen mit neuen Fähigkeiten sein. Aber deren Killer- und Überwachungs-Einsätze in Afghanistan, im Irak und im pakistanischen Grenzgebiet sind bereits bekannt. Es sei denn, im Ausland experimentiert und testet das US-Militär bereits mit Drohnen, Fahrzeugen und Einsatztrupps, die mit "Sensing through Walls" Technik ausgerüstet sind. Da das US-Militär immer wieder mit geheimen Satelliten-Programmen von sich reden macht, über die auch geschwiegen werden (muss), könnte es auch eine neue Satellitenart sein oder eine größere unbemannte Flugplattform, die nicht nur über neuartige Überwachungskapazitäten verfügt, sondern zugleich über ausgefeilte Kill-Funktionen. Vielleicht hat man denen Railguns oder Laserkanonen angehängt, mit denen das US-Militär seit einiger Zeit heftig experimentiert. Auf jeden Fall kann man mit 643 Milliarden US$ (Ja, fast so viel wie der ausgedachte Umfang des "Rettungspakets" der US-Regierung zur Milderung der amerikanischen Finanzkrise im September 2008), die ab 2009 für neue und geheime Satelliten-Programme wie u. a. das Broad Area Surveillance Intelligence Capability (BASIC) Satellitensystem und die Einrichtung des neuen National Applications Office (NAO) viel anfangen1. Das NAO wird als Schnittstelle und Durchschleuser zwischen der National Geospatial-Intelligence Agency (NGIA) und dem National Reconnaissance Office (NRO) und den militärischen, aber vor allen zivilen Sicherheitsbehörden dienen, denn mit dem NAO sollen Nutzung und Zugriff auf Spionagesatelliten und Aufklärungsaufnahmen, die von NGIA und NRO betrieben und produziert werden, für die inländische Überwachung des "Heimatlandes" massiv ausgeweitet werden. Robert Dreyfuss meint im The Nation Artikel Lethal High-Tech Counterinsurgency in Iraq, gestützt auf einen anderen Bericht der Washington Post und Woodwards Formulierung "[They use] every tool available simultaneously, from signals intercepts to human intelligence and other methods, that allowed lightning-quick and sometimes concurrent operations", dass es einfach die "Joint Task Force" Spezialeinheiten aus Militärs und Geheimdiensten im Irak und in Afghanistan sind, die alle Register ziehen, also die Aufklärungsdaten der Satelliten und Drohnen, die abgefangenen Inhalte überwachter Kommunikation, Informationen der Check-Points, Personenüberprüfungen und Durchsuchungen zusammenführen und so schnell verarbeiten, dass man effektiv zuschlagen kann. Das wird allerdings schon immer gemacht und das Spezialeinheiten und die Special Forces im Einsatz sind, ist ebenfalls "normal". Wenn es so ist, hätte Woodward allerdings tüchtig übertrieben. Die Bush-Administration geht nicht auf die Behauptungen von Woodward ein, versucht aber wie in der Pressemitteilung Afterword: Mr. Woodward's Reporting vs. Mr. Woodward's Editorializing vom 12. September, Woodwards Buch an sich mit den enthaltenen Aussagen zu Bushs Irakkrieg-Politik und seine Tätigkeit als Journalist zu diskreditieren. In der Einleitung schreibt White House Pressesekretärin Dana Perino: "A thorough and careful reading of the book leads us to conclude that Woodward's prologue and epilogue are not supported by his own reporting in the body of the manuscript. For a clear historical reading of the record we commend you to the following excerpts that support our view." Truthout weist im Beitrag Bob Woodward's Not-so-Secret Weapon in Iraq auf das 2007 gestartete "Continuous Clandestine Tagging, Tracking, and Locating (CTTL)" Projekts des US Special Operation Kommandos, der DARPA, Forschungseinrichtungen der Army und Air Force, der National Security Agency und der Defense Intelligence Agency hin, in das bis 2013 210 Millionen US$ inverstiert werden soll und auf den Endbericht "Transition to and from Hostilities" des Defense Science Board vom Dezember 2004, um die Verwendung des Begriffs "Manhattan Projekt" und die Lokalisierung und das Anvisieren in Woodwards Andeutungen zu erklären. Im Endbericht finden sich zum "Manhattan Projekt" folgende eindringliche Empfehlungen des Defense Science Board: Identifizierung, Lokalisierung und Verfolgung in der asymmetrischen Kriegsführung
Video- und Sensorüberwachungsnetzwerke, die in einigen Städten im Irak und in Afghanistan installiert wurden und der dortige erhöhte Einsatz unbemannter Drohnen und Roboter-Bodenfahrzeuge, Fokussierung der Videoüberwachung auf die "intelligente" Erkennung von Personen und Situationen, Großprojekte für international vernetzte Biometrie-Datenbanken, auf Muster- und Profilerkennung ausgelegte Data Mining und Fusion Programme der Geheimdienste zum Aufspüren von Personen und Gruppen, intensive Forschung zu Sensoren auf Mikro- und Nanoebene, Entwicklung und den Einsatz von Waffensystemen, die mit größerer Präzision und/oder Reichweite (Laser, Mikrowelle, Railguns, Spezialraketen für Drohnen) zuschlagen, Aufwertung und Aufrüstung der Satelliten-Aufklärung durch den Aufbau des National Applications Office (NAO) in den USA und neue Spionagesatelliten, die immer höhere Bodenauflösungen liefern und darauf ausgelegt sind, unter allen Wetterbedingungen nach unten spähen zu können, Identitätserfassung, Speicherung biometrischer Merkmale mit flächendeckenden Programmen im Irak, "Versorgung" der dortigen und globalen Bevölkerung mit smarten ID-Dokumenten und Geräten, die Funkchips und biometrische Techniken implementiert haben.
Wir empfehlen, dass der Verteidigungsminister, zusammen mit dem neuen Kopf der Geheimdienst Community, ein "Manhattan Projekt" ähnliches Programm für Identifizierung / Markierung, Aufspürung und Lokalisierung ("ID/TTL") auflegt. Wir sind der Ansicht, die Einrichtung solch eines Programms beinhaltet die Schaffung einer neuen Organisation, die einen allumfassenden technischen Ansatz bereitstellt, die Systeme und Technik zur Implementierung des Ansatzes, die Analysetechniken, die Sensordaten in nützliche ID/TTL Informationen umwandeln, die Außeneinsätze zur Ausbringung, Anwendung und Betreuung der Hard- und Software, die noch produziert wird und ein Feedback an die Führung des Verteidungsministeriums zum Einfluss der Schaffung von robusten ID/TLL Möglichkeiten auf diesbezügliche politische Entscheidungen und Richtlinien. ![]()
![]() ![]() Folien aus der CTTL Präsentation des Special Operations Kommando, September 2007. Aber auch das ist hinreichend bekannt. Bekannt ist nur nicht, ob die ganzen Bemühungen Bestandteil eines konzertierten "Manhattan Programms" in großem Maßstab sind. Übrigens wurde auch das (offiziell) eingestellte Total Information Awareness Projekt dereinst als "Manhattan Project" bezeichnet. Mehr zu sagen müsste man als verschwörungstheoretisch bezeichen, weil es dafür keine Beweise gibt. Zum "Programm" passt auch die am 1. Dezember 2008 veröffentliche Direktive 3000.07 des US-Verteidigungsministeriums zur irregulären Kriegsführung ("Irregular Warfare", IW), auf die der Artikel U.S. to Raise 'Irregular War' Capabilities in der Washington Post vom 4. Dezember 2008 eingeht. Als Resultat eines seit zwei Jahren andauernden Diskussionsprozesses im US-Militär und Antwort auf die laut Militärs größere Bedrohung durch die asymmetrische Kriegsführung durch Aufständische und Terroristen in "failing states", sieht sie vor, die Methoden, Truppen und Mittel der irregulären Kriegsführung, psychologischen Kriegsführung, der Aufstands- und Terrorbekämpfung aufzuwerten und auszubauen. Laut der Direktive ist ab jetzt die irreguläre Kriegsführung strategisch als genauso wichtig einzustufen wie die traditionelle Kriegsführung. Anders ausgedrückt, wird sich auch das US-Militär verstärkt der gleichen Taktiken und Strategien bedienen, die Aufständische, Oppositionsbewegungen und Terrorkommandos nutzen. Dazu zählt u. a. Aufrüstung, Aufstockung und verstärkter Einsatz aller Spezialeinheiten und ihres Kriegs- und Überwachungsinstrumentariums wie den oben genannten CTTL Kapazitäten:
3. USD(I). The USD(I) shall:
1 Government Executive - Congress cancels novel satellite program (21.10.2008)
Siehe auch: Washington Post - Under Obama, more targeted killings than captures in counterterrorism efforts (14.02.2010) Stern - Geheimoperation in Afghanistan - Mit Todeslisten gegen die Taliban (10.02.2010)
Geschrieben von Kai Raven
in Anonymität, Biometrie, CCTV / Video, Chips, Data Mining / Fusion, Drohnen, Geheimdienst / Polizei, Internet / TeKo, Klimakatastrophe, Ökonomie, Politik, Rüstung, Terror, Überwachung, Wissenschaft
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22:52
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Sommerhass 2008 - 30.08.2008
Da es ja wieder so schön heiß wird – jedenfalls bis morgen, worüber sich alle freuen bis auf die Sommerhasser, mein Sommerhasser-Bild für das Jahr 2008. Diesmal kein Bild von Eishotels, erfrischenden Wellen oder Gletschern zur Abkühlung, sondern zwei Grafiken des National Snow and Ice Data Centers (RSS-Feed), die gerade auch die Runde in der Presse machen:
![]() ![]() Abbildungen: National Snow and Ice Data Center. In der unteren Abbildung erkennt man, dass während der Schmelzsaison das diesjährige Abschmelzen sich der Kurve von 2007 annähert, aber sich im Gegensatz zu den Jahren 2005, 2007 und dem Zeitraum der Verlust der Eisbedeckung nicht verlangsamt, sondern sich bis zum 26. August stabil fortsetzte. Die europäische Weltraumargentur ESA titelte am 28. August ebenfalls Arctic ice on the verge of another all-time low. Neben Grafiken, die auf Aufnahmen des Envisat Satelliten basieren, die ebenfalls den größeren Verlust der Eisbedeckung dokumentieren, weist der Artikel daraufhin, dass dadurch nach 2007 zum zweiten Mal die Nordwestpassage nahezu eisfrei ist, so dass das Forschungsschiff FS Polarstern vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) die Nordwestpassage wohl durchfahren wird. Prof. Dr. Heinrich Miller vom AWI kommentierte im ESA Artikel: "Die Polarregionen, insbesondere die Arktis, sind sehr empfindliche Indikatoren des Klimawandels. Das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) der Vereinten Nationen hat gezeigt, dass diese Regionen in höchstem Maße für steigende Temperaturen anfällig sind und prognostizierte, dass die Arktis [und nicht nur die Nordwestpassage] in den Sommermonaten 2070 nahezu eisfrei würde. Andere Wissenschaftler machen geltend, sie könnte schon 2040 eisfrei werden. Letzte Satellitenbeobachtungen legen nahe, dass die Arktis schon früher im Großen und Ganzen eisfrei werden könnte." Einen Nachschlag brachte der Kölner Stadt-Anzeiger mit der Meldung über die dramatische Temeperaturerhöhung über der Antarktis am 17. Oktober 2008, die sich mit den Untersuchungsergebnissen in der Arctic Report Card 2008 der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) beschäftigt. Ein Ergebnis des NOAA Arktis-Berichts ist, dass die Temperaturen über der Arktis im Herbst 2008 5 Grad Celcius über dem Normalwert lag und das Jahr 2007 wieder einen Erwärmungsrekord zeigt, der einen Trend fortsetzt, der seit Mitte der 60er Jahre begann. Ergänzend zu den Berichten des UN-Weltklimarats IPCC, die bereits die katastrophalen Klimänderungen im Laufe dieses Jahrhunderts skizzierten und stellvertretend für andere Umweltschutzorganisationen legte der World Wildlife Fund am 20. Oktober 2008 seinen Bericht Der Klimawandel: schneller, stärker und noch eher vor, der die neuesten Erkenntnisse der europäischen Klimawissenschaft seit Erscheinen des vierten IPCC Berichts zusammenfasst. Wie der Titel schon sagt, wird die Klimakatastrophe, die man landläufig beschönigend als "klimatische Veränderungen" bezeichnet, noch bedrohender ausfallen und schneller einsetzen, als angenommen. Zu den erwarteten Auswirkungen der Klimakatastrophe zählt demach das völlige Abschmelzen des Sommer-Packeises der Arktis bis spätestens 2040, die globale Anhebung des Meeresspiegels könnte zum Ende des Jahrhunderts 1,2 Meter betragen, mit vermehrten und stärkeren Stürmen könnte es zwischen 2060 und 2100 für Großbritannien und Deutschland zu einer Zunahme sturmbedingter Schäden um bis zu 37 Prozent kommen, während Südeuropa zunehmended von Dürren heimgesucht wird. Zur Ergänzung empfehle ich das Interview "Wir können die kleinen Inseln nicht mehr retten" mit Prof. Dr. Dirk Messner vom 7. November 2008, dem Direktor des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik in Bonn, in dem er sich erst herumdrückt, aber dann erklärt, warum es zu Konflikten, Kriegen um natürliche Ressourcen und Migrationsströmen mit Millionen von Menschen im Gefolge der Klimakatastrophe kommen wird. Von dort aus dürfte es jedem Leser nicht mehr schwerfallen (hoffe ich), den Zusammenhang zwischen der Klimakatastrophe und der rasanten Errichtung von umfassenden Überwachungs- und Kontrollstrukturen neben der parallel weiterlaufenden Modernisierung der Rüstungstechniken herzustellen. Die ersten Opfer der Klimakatastrophe sind die Menschen der Inselstaaten im Pazifik. Bei ihnen wird es noch "genügen", sie "nur" nach Australien, Neuseeland und den asiatischen Staaten zu evakuieren. Empfehlenswert ist auch die Homepage von Stefan Rahmstorf beim Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und sein KlimaLounge Weblog. Passend dazu türmt sich Hurrikan "Gustav" zu "Katrina 2.0" auf, der zur diesjährigen "Mutter aller Stürme" werden könnte, während die Tagesschau die Mahnungen des IPCC im Beitrag 20 Jahre Weltklimarat - Mahner im Auftrag der Erde würdigt. Wer sich über die jetzigen und kommenden Stürme im Atlantik und Pazifik aktuell informieren möchte, kann das auch über den Atlantik und Ost-Pazifik Feed des National Hurricane Centers. Oder man hört sich Wasserski fahrn von SDP an. Noch einen schönen Sommer. Siehe auch: Democracy Now! - Voices from Small Island States: Maldives President Mohamed Nasheed, a Tuvaluan Delegate and a Youth Activist from the Solomon Islands (17.12.2009)
Geschrieben von Kai Raven
in Gesellschaft, Klimakatastrophe, Rüstung, Überwachung, Wissenschaft
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23:30
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Abgesicherte Habitate der Zukunft für die Zukunft - 28.08.2008
Seit Gibsons Sprawl-Trilogie tauchten in der Cyberpunk Science-Fiction Literatur und in Science-Fiction Filmen wie zum Beispiel Code 46 die hermetisch abgeriegelten Stadt-Habitate auf, in denen sich entweder ganze Konzerne mit komplettem Firmenstab und Angestelltenheer oder die wohlhabende Klasse zurückzieht, während der Rest seine Existenz in urbanen Slums fristet. In Ansätzen finden sich außerhalb von Literatur und Film diese Vorstellungen in den Gated Communities, im Bunker-Wahn eines Tom Cruise bis hin zu Fürstentümern und Luxus-Palmeninseln wieder, die Firmen und steuerunwilligen Millionären Schutz und Heimat bieten.
Der anscheinend unter Reichen und Mächtigen existierende Drang, sich vor kommenden Katastrophen auf "Inseln der Glückseeligen" in Sicherheit zu bringen, kam zuletzt wohl am bildhaftesten in den Plänen zum Bau und Betrieb schwimmender Stadtstaaten zum Ausdruck, während sich die "Monarchie" Sealand, der selbstverwaltete Daten-Zufluchtsort auf hoher See voerst in Rauch auflöste. Ihre Entsprechung für Landratten will nun eine in Dubai beheimatete Firma für Umweltdesign mit dem passenden Namen "Timelinks" verwirklichen. Auf einer Fläche von 2,3 Quadratkilometern will die Firma Stadt-Habitate in Form der Pyramiden und Zikkurate erbauen, von denen der Plan auch seinen Namen hat – "The Ziggurat Project". Mögen die alten Ägypter auch Vorbild sein, zeigen ähnliche Pläne in Japan zum Bau pyramidaler Städte, dass sich die Pyramide schon deshalb anbietet, weil man durch Bauform und Höhe auf der gleichen Fläche mehr Menschen unterbringen kann, als wenn man in die Breite baut, falls man Probleme mit der Statik bewältigt. Schließlich waren die antiken Pyramiden auch Totenstädte oder Kultplätze und keine Habitate. So soll auch in der Pyramide von Timelinks eine "Community" von ca. 1 Million Personen unterkommen. ![]() Pyramidale Stadt des Zikkurat Projekts. Abbildungen (auch in höherer Auflösung): Im World Architecture News Artikel Revealing the pyramids of the future. Ob die Gartenhilfsarbeiter und Fellachen der Zukunft ebenfalls Apartments in der Stadt der Zukunft erhalten, steht noch nicht fest. Damit nicht jeder, der will, in die Stadt hineinkommt und diejenigen, die drin sind, sich sicher fühlen können und sich nur dort aufhalten, wo der Zugang gestattet ist, wird in die Pyramide gleich ein Sicherheitssystem verbaut, das mit biometrischen Techniken wie Gesichtserkennung und wohl auch Iris-Scans (in den Staaten des Nahen Ostens sehr beliebt) Zugang und Aufenthalt kontrolliert. Die Erbauer der zukünftigen Habitate sollten nur darauf achten, ihre schwimmenden Städte und Zikkurate hoch genug und nicht zu nah an Küsten zu bauen, falls sie den prognostizierten Anstieg des Meeresspiegels dauerhaft überstehen sollen. Sollten die Bewohner deshalb oder aus anderen Gründen der Tod ereilen, steht vielleicht für die Stadt der Zukunft in Zukunft eine angemessene Nekropole bereit, wenn das Projekt Die Große Pyramide - Ein Monument für uns alle Erfolg hat. Das will einen "Friedhof" in Pyramidenform erbauen. ![]() Die Große Pyramide Abbildung: Projekt "Die Große Pyramide". Mit 153000 US$ und monatlichen 492 US$ für 28 m2 ohne Küche bis zu 1031000 US$ und monatlichen 1882 US$ für 112 m2, vorzüglichem Meeresblick und 24 Meter langem Quergang ist man mit dabei. ![]() Die Freedom Ship Arche in ganzer Pracht – bisher nur auf dem Reißbrett. Abbildungen: Freedom Ship International. ![]() Blick in das Innere des Freedom Ship (laut Vorentwurf). Abbildung: Freedom Ship International. Via: National Post - Timelinks wants to take you down to the pyramid city, where the grass is green, and so is everything else.
Geschrieben von Kai Raven
in Biometrie, CCTV / Video, Gesellschaft, Klimakatastrophe, Medien / Kultur
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Sommerhass 2007 - 16.07.2007
Da das Netzradio einen "hot summer" Song nach dem anderen dudelt und sich heute der Hitzepegel wieder nach oben bewegt:
ist heute der Tag der Veröffentlichung des diesjährigen Sommerhasser-Fotos zur virtuellen Abkühlung, das besonders den Freunden im Osten gewidmet ist:
Aktuell passender Artikel: Terra Daily - China Glaciers Melting At Alarming Rate.
Geschrieben von Kai Raven
in Dies und Das, Fotografie, Klimakatastrophe
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08:47
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Naqoyqatsi aus dem UK-Verteidigungsministerium - 10.04.2007
Bei derartigen Zukunftsszenarien, die von Militärs (oder Geheimdiensten) stammen, muss man immer vorsichtig sein, weil sie sich prima eignen, um sich neue Feindbilder und sich damit neue Sachzwänge und Aufgabenbereiche zu produzieren oder sich Rechtfertigungen für gerade ablaufende Strategieänderungen, Forschungsprojekte und angestrebte Erweiterungen des eigenen Handlungsspielraums zu verschaffen, die man dann wieder einsetzt, um für die eigenen Ziele Material zu erzeugen, das sich einerseits als Druckmittel für die Sicherheitspolitiker und andererseits als "Informationswerkzeug" zur Beeinflußung der Medien und der Presse, sprich der Öffentlichkeit, eignen.
Das konnte man zuletzt nach dem Zusammenfall der Sowjetunion, nach den Anschlägen in den USA und während des Irak-Krieges immer wieder beobachten. Einige der Visionen des Berichts zu den "globalen strategischen Trends" aus dem Development Concepts and Doctrine Centre (DCDC), der im Auftrag des britischen Verteidigungsministeriums erstellt wurde und die Florian Rötzner im Telepolisartikel Kampf um die Ressourcen und direkte Einspeisung von Informationen ins Gehirn zusammenfasst, dürften in der Tat eine Mixtur aus eigenen Wünschen, übertriebenen Ängsten und futuristischen Gedankenspielen darstellen, die nie Realität werden. Aber angesichts dessen, was ich bis jetzt gelesen, gehört und worin ich oberflächlich oder tiefer "hineinschnüffeln" konnte, teile ich im Großen und Ganzen die apokalyptisch anmutenden Perspektiven, die der Bericht aufwirft und sie decken sich auch in vielen Punkten mit meinen eigenen gedanklichen oder auch hier zum Teil niedergeschriebenen Erwartungen an die Zukunft für die nächsten Jahrzehnte. Ob es zum Eintreffen einer ähnlichen Zukunft noch dreißig Jahre braucht, denke ich eher nicht. Anmerkung zum Titel: "Naqoyqatsi" ist ein Titel aus der Filmtrilogie von Godfrey Reggio und stammt wie die beiden anderen Titel "Powaqqatsi" und "Koyaanisqatsi" aus der Sprache der Hopi-Indianer. Das Wort Koyaanisqatsi bedeutet "Leben im Ungleichgewicht", Powaqqatsi "Leben im Wandel" und Naqoyqatsi "Ein Leben des Mordens" / "Krieg als Lebensinhalt".
Geschrieben von Kai Raven
in Gesellschaft, Klimakatastrophe, Politik, Rüstung, Terror, Überwachung
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16:43
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