Die liebe Not mit der Anonymität - Donnerstag, 30. Oktober 2008
Bei F!xmbr geht es im Beitrag Freiheit für anonyme Dreckschleudern? um Anonymität, das Zulassen pseudonymer Teilnehmer in Webforen bzw. Kommentatoren in Weblog – denn anonym wird die Mitwirkung ja erst wirklich, wenn man zusätzlich anonymisiert auf ein Webforum oder Weblog zugreift, sonst kann der Betreiber seine Logs auswerten und u. a. zumindest die IP-Adresse feststellen, sofern er solche Logfunktionen nutzt – und die liebe Not, die man mit pseudonymen Teilnehmern hat, denen eine wie auch immer geartete Netiquette schnurz ist.
Anlass des Beitrags bei F!xmbr waren Trolle, Stalker, die im Forum und im IRC Channel des ComputerClub2 pseudonym ihr Unwesen treiben wollten und die Reaktionen der Macher des ComputerClub2 Forums darauf. Das es sich um ComputerClub2 handelt, ist erst einmal nebensächlich, weil die Probleme sich jedem Weblog- und Webforenbetreiber, IRC Channel Operator usw. stellen ... irgendwann. Ich nehme sie in dem Beitrag nur als Stellvertreter für andere, die vielleicht auf ähnlichen Pfaden wandeln. Jedenfalls wird die Reaktion wohl so aussehen, dass sich Nutzer in Zukunft mit Realnamen und Adresse registrieren müssen. Vorweg gesagt, kann jeder Betreiber selbst entscheiden, wie er es mit seinen Nutzern halten will, sofern auch er Regeln und Gesetze beachtet: Keine Weitergabe persönlicher Daten, Absicherung gespeicherter Daten vor unerlaubtem Zugriff Dritter und Anonymisierung, wenn sie nicht mehr benötigt werden, Beachtung von Datensparsamkeit und -vermeidung, Datenschutzerklärung usw. Nett sind in diesem Zusammenhang auch die dehnbaren Formulierungen in Gesetzen, "Nutzern die Inanspruchnahme von Diensten und ihre Bezahlung anonym oder unter Pseudonym zu ermöglichen, soweit dies technisch möglich und zumutbar ist. Der Nutzer ist über diese Möglichkeit zu informieren." Nicht nur im Bundesdatenschutzgesetz lautet eigentlich die Regel, primär Anonymisierung und Pseudonymisierung zu nutzen und sie zu ermöglichen, bevor man andere Wege beschreitet. Was die Macher des ComputerClub2 wohl am meisten gestört hatte, waren die Trolle und Stalker, die sie "anpinkeln", als "Besserwisser" auftreten oder als "anonym agierende Schmutzfinken alles runter machen und alles in Frage stellen, nicht helfen wollen sondern einfach nur meckern und Dinge kaputtmachen." Es gab und wird sie immer geben: Die Leute, dich sich auf Mailinglisten, seit Jahrzehnten im Usenet, in IRC Channels, dann auch in Webforen und Weblogs ihrem Narzissmus und ihren Profilneurosen hingeben, Beleidigungen und Bedrohungen gegen andere Personen oder die Betreiber aussprechen. Das hat auch etwas mit Anonymität zu tun, hinter der man sich verstecken kann, aber auch mit dem Medium an sich zu tun. Im Netz, mit technischen Programmen, einem vermittelten und abstrakt bleibenden Miteinander schießt man schnell schärfer und leichter auch über das Ziel hinaus. Trolle und Stalker als zwei von vielen Typen gehören zum "Schmutz", den die Möglichkeit zur Anonymisierung und Pseudonymisierung als Kollateralschäden mit sich bringt, wegen dem man aber nicht versucht, Anonymität abzuschaffen. Nur – ist das ein Grund, pseudonyme Netzung und anonymen Zugang generell zu unterbinden? Ich denke nicht, aus folgenden Gründen: Zuerst einmal muss man einfach die Größe besitzen und das besonders, wenn man schon lange im Netz ist und alles Krude und Verrückte schon gelesen, gehört oder gesehen hat, über Trollen und Stalkern zu stehen, im Kopf immer den Filter mitlaufen zu lassen, der Äußerungen solcher Leute und die Leute selbst mental als irrelevant einstuft und sie aussortiert. Umgangssprachlich "dickes Fell" genannt. In Mail- und Newsprogrammen übernehmen das weniger mental, dafür automatisch die "Killfilter". Das findet seine Grenze und die ist von Person zu Person verschieden, wo sich Beleidigungen und Bedrohungen zu handfesten physischen oder psychischen Bedrohungen auswachsen oder auswachsen könnten und die eigene Lebensqualität oder die der anderen Teilnehmer wegen der Anfeindungen stark eingeschränkt würde. Was, wie es im F!xmbr Beitrag angesprochen wird, ja auch einen rechtlichen Aspekt bekommen kann. Die Macher des ComputerClub2 "wollen" aber auch noch "wenigstens wissen, wer es war und evtl. darauf reagieren können. Das ist doch normal im Zusammenleben? Wenn Du mich eine dumme Sau nennst, dann will ich wissen, welches Schwein du bist." Diese Auffassung ist natürlich auch wieder persönliche Ansichtssache. Mich persönlich interessiert die Identität von Trollen im Internet nicht, denn sie haben für mich noch weniger Wert oder Substanz als der sprichwörtliche Hund, der man im Netz auch sein könnte, der anonyme Mitbürger, dem ich auf der Straße begegne, geschweige denn eine Person, die ich kenne. Ich reagiere darauf, indem ich sie mental und praktisch kille – virtuell versteht sich und mit Ausnahme der obigen Grenzziehung. Rein technisch und praktisch existieren Alternativen zur Identitäts- und Namenspreisgabe, die von den Machern des ComputerClub2 auch genutzt werden könnten. Man kann automatische Wort- und Kontextfilter einsetzen, die allerdings auch mal daneben gehen können und intensiver Pflege bedürfen. In Weblogs, Webforen oder IRC Channel schaltet man die "Moderation" von Beiträgen und Kommentaren ein – mag auch einer gewissen Entschleunigung zuträglich sein, wenn es leider auch das lebendige Plauschen miteinander einschränkt. Das Problem "zu arbeitsintensiv" kann durch die Hinzunahme von langgedienten, vertrauenswürdigen Nutzern, die als Moderatoren helfen und verschiedenen Funktionen zur Rechtevergabe an diese Nutzer oder Teilnehmer, die alle Plattformen bieten, entkräftet werden. Das verhasste "Three-Strikes-Out" gegen P2P Nutzer kann man in anderer Form nutzen und wird auch im IRC praktiziert: Lass es oder Du fliegst. Und wenn das nicht reicht, dann müssen sich die kreativen Geister, von denen es doch nur so im Netz wimmeln soll, halt mal hinsetzen und effektivere Tools und Funktionen entwickeln. Mal abseits davon habe ich noch nie die Auffassungen geteilt, die auch von den ComputerClub2 Machern pauschal vertreten werden: "Wir wollen mit Leuten kommunizieren, die dazu stehen, wer sie sind" heißt es da. Nun, ich will mit Leuten kommunizieren, die zu dem stehen, was sie sagen oder machen, egal ob sie Hund, Katze oder Maus heißen und das Gesagte interessant ist, eine Bereicherung, eine neue Perspektive. Umgekehrt muss man auch mit anonymer / pseudonymer Identät eh zu dem stehen, was man sagt und die eigenen Aussagen mit der gewählten Nicht-Identität identifizierbar sein, wenn man nicht im großen Rauschen untergehen will. Und es tut mir leid, aber ob im Realleben oder im Netz, niemand hat per se "ein Recht" darauf, "zu wissen, mit wem er es zu tun hat." Das ist eine Frage, die es immer wieder neu aushandeln gilt. Deshalb und aus anderen Gründen mehr, werde ich mich auch weiterhin für Anonymisierung und die Möglichkeit der pseudonymen Nutzung des Internets stark machen und Leser, so weit wie mir möglich, die "Angebote" anonym und pseudonym nutzen lassen. P.S.: Hat Anarchie nichts mit Regellosigkeit, Chaos und einem unzivilisierten Gegeneinander zu tun, Oliver. Siehe auch: law blog - Die Razzia ist nur einen Klick entfernt vom 18.11.2008 (aber nicht, wenn man Anonymisierungsdienste nutzen kann)
Geschrieben von Kai Raven
in Anonymität, Datenschutz, Gesellschaft, Recht, Weblog
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22:23
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Allerlei - Sonntag, 26. Oktober 2008
SOCKS-Wrapper, Tor und Remailer
Seit Service Pack 3 für Windows XP funktionierten (bei mir – wie es bei anderen Usern ausschaut, weiß ich nicht) die verschiedenen SocksCap Versionen nicht mehr, die im Netz umlaufen. SocksCap stammt ursprünglich von NEC, bei denen das SOCKS 4 Protokoll auch entwickelt wurde, dann erfolgte der Verkauf an Permeo und der Weiterverkauf an Blue Coat, die es in ihre Proxyprodukte integrierten, die man kaufen muss. SocksCap ist eine, eigentlich die originäre SOCKS-Wrapper Anwendung für Windows, um Verbindungen von Internetanwendungen, die keine Schnittstelle zur Nutzung von SOCKS-Proxys aufweisen, abzufangen und an einen SOCKS-Proxy bzw. Server umzuleiten. Braucht man fast nie für die Anonymisierung über Tor, der auf SOCKS basiert, da mittlerweile die meisten Internetanwendungen unter Windows SOCKS direkt unterstützen. Braucht man aber für Stunnel, um verschlüsselte SSL / TLS Tunnel durch Tor zu leiten. Das braucht man wiederum, wenn man als Remailer Programm Quicksiler nutzt und verschlüsselte Verbindungen zu Remailern aufnehmen will, da Quicksilver kein SSL / TLS eingebaut hat und Tor nur in Teilen unterstüzt. Die übrigen SOCKS-Programme und -Wrapper unter Windows, die mir zum Test auf die Platte kamen, versagten alle ihren Dienst für den obigen Zweck. Dann habe ich es mit der SOCKS Anwendnung von Hummingbird versucht. ![]() Tor als "SOCKS Server" im Konfigurationsassistent. ![]() Stunnel als "Modul" im Konfigurationsassistent. Das Ding hat ein paar Haken: 1. Hummingbirds SOCKS 5 versteht Tor nicht, Tors SOCKS 4A hat es nicht, bleibt also nur SOCKS 4. Das damit einhergehende "Problem" direkter Namensauflösungen statt Namensauflösung über den SOCKS-Proxy (Tor) stellt aber kein Problem dar, wenn man sowieso die Namensauflösung über TorDNS -> Tor abwickelt. 2. Hummingbirds Socks gräbt sich so tief ein, dass automatisch alle Internetverbindungen "socksifiziert" werden. Also auch für Internetanwendungen, wo das nicht erwünscht oder unnötig ist. Wer aber immer alle Verbindungen automatisch über Tor laufen lassen will, braucht sich wohl bei keiner Internetanwendung mehr Gedanken machen, denn Hummingbird fängt's ab Das ist mal wieder alles unheimlich kompliziert und technisch, wird aber anders aufbereitet nochmals in der kommenden Remailer Anleitung auftauchen, die ich bis Ende 2008 fertig haben will. Unter Linux hat man es einfacher und mehr Möglichkeiten, alles zu realisieren, aber es geht darum, wie man's unter Windows machen kann. Bestes Beispiel ist der heutige Hinweis auf den Torsocks Socks-Wrapper für Linux auf der Tor Mailingliste, der alle Patches für tsocks und ein paar Verbesserungen integriert. Jabber, Tor, OpenPGP, OTR und die VDS Der Anonymisierung dient auch meine schrittweise Rückkehr zum jabber.ccc.de Jabber Server. Der swissjabber.ch Jabber Server, den ich ebenfalls nutzte, ist zwar auch ein guter Jabber Server, verbindet man sich aber über Tor, gab es bei diesem Jabber Server für mich zu viele Verbindungsunterbrechungen – auch während laufender Chats, die ich bei jabber.ccc.de nicht beobachten konnte. Jabber Verbindungen sind zwar nicht in der EU-Richtlinie und im Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung aufgeführt und demnach Jabber Server von der Vorratsdatenspeicherung ausgeschlossen, aber ich will, dass die Nutzung eines Anonymisierungsdienstes funktioniert. Mehr mit Verschlüsselung hat es auf sich, dass ich nun statt OpenPGP die OTR Verschlüsselung nutze, auch wenn ich kein Fan von OTR bin. Dafür gibt es zwei Gründe: 1. Immer weniger Kontakte nutzen – wenn überhaupt – Clients, die OpenPGP jabberkonform unterstützen oder OpenPGP an sich. Dafür setzt sich OTR immer mehr durch. 2. Jabber Server machen (u. U.) Probleme bei der OpenPGP Nutzung, dies umso mehr, je länger die eingesetzten GnuPG Schlüssel sind. Mit OTR gibt es keine Probleme. GIMP, IrfanView, ImageMagick, Exif und CC Unter Windows nutze ich für die Bild- und Fotobearbeitung gerne und oft GIMP und IrfanView. Demnächst will ich alle Fotos in der Galerie und die auf der Platte dümpelnde Fotos überarbeiten und anders abspeichern. Die Batchfunktionen sind dafür bei IrfanView ganz nett – die benutze ich zum Beispiel für Bilderfolgen wie hier. Mit GIMP kann man das wohl auch mit Skripten, aber die finde und schreibe man erst. Mir kam wieder ImageMagick in den Sinn, das bei Serendipity zur Skalierung benutzt wird und dessen convert Anwendung auch in der Serendipity Konfiguration auftaucht. Außerdem kannte ich das noch unter Linux und prächtig ausprobieren, spielen kann man mit ImageMagick allemal. Eigentlich sollte oder kann man einem einzelnen Foto seine ganze Aufmerksamkeit widmen, aber für eine "Knips-Galerie" möchte ich es einfach haben und Vieles in einem Rutsch machen können. Aus dem Dickicht der ImageMagick Operatoren, Optionen, Tests mit ein paar Bildern und Seiten wie Sharpening using Image Magick habe ich mir ein erstes ImageMagick Kommando zusammengebastelt, besser gesagt zusammengereimt, das mir in einer Batchdatei alle JPEGs in einem Verzeichnis bearbeitet: mogrify -path LW:\output -monitor -compress jpeg -interlace line -comment "(CC) BY-SA Kai Raven" -quality 85 -density 72 -resample 100 -filter Sinc -resize 640x -sampling-factor 1x1,1x1,1x1 -unsharp 0.66x0.5+1.0+0.0. Das ist und wird nicht der Weisheit letzter Schluß sein, ich will ja noch weiter spielen, aber vielleicht gibt es noch Ideen und Anregungen von ImageMagick Nutzern, was man sonst noch benötigt und machen kann. Zur Creative Commons Lizenzgeschichte gibt es noch die informative Seite Commons:Manipulation von Metadaten, die auf den Gebrauch von exiftool eingeht, das ich mir neben der ExifToolGui installiert habe, um Lizenzangaben nicht nur als JPEG Kommentar zu speichern. Für die Windowsversion von GIMP tauchte übrigens gestern in der GIMP Plugin Registry das Exif Viewer Plugin auf, das mit meiner GIMP 2.6.0 Version läuft. Dies und Das Tja – und wenn ich nicht am Rechner bin, um etwas zu bearbeiten oder auszuprobieren, auch nicht draußen in der Realwelt im Meatspace, dann lese ich u. a. gerade Hawthornes "Haus mit den sieben Giebeln". Deshalb gilt für mich in Zukunft an den Wochenenden Blog-Enthaltsamkeit, auch wenn ich mir heute selbst widerspreche
Geschrieben von Kai Raven
in Anonymität, Chat, Dies und Das, Grafik, Kryptografie, Linux / Windows, VDS, Weblog
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Zwitschern mit Bletchley - Dienstag, 9. September 2008
PGP und IBM wollen Bletchley Park retten. Lobenswert, ist doch so was wie eines der Stonehenges der Kryptografie/-analyse des 20 Jh.
Das wäre doch eigentlich der Typ von Beitrag, den man über Twitter oder Identi.ca twittern könnte, oder? Bei Twitter hatte ich mir mal aus Interesse einen Account zugelegt, aber mir missfällt eigentlich diese Microbloggerei, deshalb blieb der Schnabel zu. Aber wenn ich das so sehe, würde das viel Zeit und Arbeit einsparen. Siehe auch: Futurezone - Twitter ohne Anfang und Ende (20.12.2008)
Geschrieben von Kai Raven
in Dies und Das, In Kürze, Kryptografie, Weblog
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16:36
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A-Space als SpySpace für US-Spooks - Samstag, 6. September 2008
Wir haben unsere Weblogs und die Blogosphäre, Facebook, StudiVZ, MySpace und Xing, sofern man soziale Netzwerkdienste nutzt. Am 22. September erhalten die wichtigsten 16 US-Geheimdienste die Entsprechung der Blogosphäre und der Welt der sozialen Netzwerke in Form des "Analyst Space" (A-Space), wie die Federal Computer Week (FCW) im Artikel A-Space set to launch this month und CNN im Beitrag CIA, FBI push 'Facebook for spies' berichten.
Der A-Space ist eine Webplattform, die Analysten von Geheimdiensten wie der CIA, DEA, NSA und des FBI die Möglichkeit bietet, eigene Weblogs einzurichten, zu führen und sich untereinander zu verlinken, Profile zur Person, Tätigkeiten und Arbeitsschwerpunkten anzulegen, sich per RSS Feeds zu informieren, Wikis zu führen oder auf Wikis wie die Intellipeda, dem geheimdienstlichen Gegenstück zur Wikipeda, zuzugreifen, sich Videos wie bei YouTube anzuschauen, nur das es vielleicht Aufnahmen der Spionage-Satelliten des National Reconnaissance Office (NRO) und der National Geospatial-Intelligence Agency (NGA) sind, über Webapplikationen, wie wir sie von Google kennen, gemeinsam an Projekten, Analysen und Dokumenten zu arbeiten, Dateien und Nachrichten auszutauschen, über interne Suchmaschinen, Tagging und Indizes neue Quellen, Informationen und mögliche Arbeitspartner suchen und – wie es in dem Artikel U.S. Spy Agencies Go Web 2.0 In Effort To Better Share Information der InformationWeek hieß, die Daten von "drei große Datenbanken mit Terabytes an aktuell erfassten Geheimdienstdaten" zu durchsieben, zu denen nach dem Launch des A-Space weitere Datenbankanbindungen hinzukommen sollen: Die FCW spricht bereits von insgesamt sechs Datenbanken, die u. a. von der NSA, der DIA und dem US-Außenministerium verfügbar gemacht werden. Über die Datenbankabfragen und Funktionen zur Datensuche und Datenverknüpfung können so Agenten und Analysten eines Geheimdienstes dienstübergreifend auf die klassifizierten Erkenntnisse anderer Geheimdienste zugreifen, wozu auch – wie die FCW anmerkt – laut der Designer des A-Space Inhalte gehören, die "verbündete Länder" mit den USA austauschen und teilen.
"It's every bit Facebook and YouTube for spies, but it's much, much more. It's a place where not only spies can meet but share data they've never been able to share before. This is going to give them for the first time a chance to think out loud, think in public amongst their peers, under the protection of an A-Space umbrella."
Der "Designer" des A-Space ist McDonald Bradley, nach Aufkauf nun die ManTech International Corporation, die 2007 von der Defense Intelligence Agency (DIA) einen 3 Millionen US$ Auftrag zur Entwicklung des A-Space erhielt als eine der Initiativen, die vom Office of the Director of National Intelligence (ODNI) gestartet wurde, um den Defiziten beizukommen, die nach dem 11. September 2001 und im folgenden "Globalen Krieg gegen den Terror" als hauptsächliche Probleme der Geheimdienste ausgemacht wurden: Mangelnde Kooperation, das eifersüchtige Verbergen eigener Erkenntnisse vor den "Kollegen" der anderen Dienste, kein zeitnaher und permanenter Austausch neuer Fakten, Infos und Quellen, keine Vernetzung wegen fehlender Infrastrukturen, keine Verbindungen unter allen Geheimdienst-Knotenpunkten und damit auch keine Verbindung einzelner, verstreut vorliegender Daten und Informationen über potentielle, vermeintliche oder tatsächliche Terroristen, das die US-Geimdienstler seit 2001 mit "Connecting the dots" umschreiben.
Michael Wertheimer, Assistant deputy director of national intelligence for analytic transformation and technology beim ODNI. ![]() evri Suchmaschine Auf der Suche nach Osama bin Laden mit ![]() Clusty ![]() KartOO Den Geheimdienstlern wäre für die Suche nach Nadeln in eigenen und fremden Heuhaufen und zur Verbindung der Knoten eine Suchmaschine mit semantisch-kontextueller Analyse am liebsten, in die man statt komplexer Suchsyntax einfach natursprachliche Fragen eingibt, die parallel und gleichzeitig eigene und zugekaufte Datenbanken abfragt und über Meta-Suchmaschinen offen verfügbare Verzeichnisse, das "Deep Web", das "normale Web", soziale Netzwerke und Weblogs durchforstet, um nur die relevantesten Quer-Verbindungen und "Hot Spots" auszuwerfen, mit denen der Analyst dann grafisch und interaktiv hantieren kann. Etwas wie Evolution aka Paterva aka Maltego, nur handlicher, mächtiger und schöner. Die obigen Beispiele KartOO (Blog) mit grafisch-interaktiver Suchoberfläche, Clusty mit dem Output relevanter Cluster und evri (Blog) mit semantisch-kontextuellen Suchfunktionen und "Natural Language" Verarbeitung eingegebener Fragen wurden von Teilnehmern der Open Source Konferenz 2008 des ODNI besonders hervorgehoben. Aber ob sie damit ihr Icon Osama bin Laden fangen, bleibt weiter mehr als ungewiss. Für die interne und externe Absicherung wird man viel unternommen haben. Ob in ausreichendem Maß, das Datenlecks und Gegenspionage verhindern kann, wird sich in Zukunft zeigen – wenn man dazu überhaupt etwas erfährt. Was aber mit dem A-Space wie u. a. auch mit dem Netz der vernetzten Fusionszentren der Geheimdienste aus dem Boden gestampft wurde, ist nicht nur ein "Raum", in dem sich die Geheimdientler sozial vernetzen, aggregieren und austauschen können, sondern auch ein weiterer "Raum", von dem man nur schwerlich annehmen kann, dass in ihm so etwas wie das deutsche Trennungsgebot überhaupt noch Gültigkeit hat und in dem den Geheimdiensten überhaupt irgendwelche Schranken auferlegt werden, die über die eigene interne "Selbstüberwachung" und "Selbstaufsicht" hinausgehen. Der A-Space ist ein weiteres Modul, mit dem sich die Geheimdienst-Community weiter in eine eigene Sphäre katapultieren kann (und darf), die abgeschottet und nahezu – wenn nicht vollständig – unkontrollierbar in der Sphäre existiert, die wir mit den Begriffen "Politik", "Demokratie" oder "Rechtsstaatlichkeit" kennzeichnen. Ein Modell, das, wie es in einem Artikel heißt, schon viele begeisterte Anhänger findet und in Zukunft Vorbild und Blaupause auch unter den "verbündeten Ländern" wird. Bei BKA und LKAs, BND, MAD, Zoll, Bundespolizei, Verfassungsschutz, im Bundesinnenministerium und bei der EU dürfte der A-Space jedenfalls zu erhöhtem Speichelfluss führen, wenn sich die Damen und Herren das Konzept zu Gemüte führen. Wenn demnächst wieder in den Gazetten zu lesen ist, dass man beim neuesten Datenaustausch-Abkommen mit den USA darauf geachtet hat, dass im Abkommen Datenschutzregularien zur Beachtung deutscher und europäischer Datenschutzstandards enthalten sind und man auf das Wort und die Versprechen des transatlantischen Partners baut, wird jedenfalls einer (mal wieder) laut und schallend lachen. Zum gleichen Thema auch relevant und interessant sind die Ausführungen über "gemeinschaftliche Analyse", "strategische Partnerschaften" und "Enterprise Integration" auf Seite 13 - 14 der Vision des ODNI für 2015, die den Rahmen für die Transformation der "Intelligence Community" in ein global vernetztes und integriertes "Geheimdienst-Unternehmen" absteckt und die Ausführungen von Dr. Thomas Fingar, stellvertretender Direktor für Analyse im ODNI und Vorsitzender im National Intelligence Council, auf der Analytic Transformation Conference 2008 der Intelligence and National Security Alliance (INSA) am 4. September 2008: The conflict between the flood of information that we take in enormous volumes of information and we want to confound that problem by telling people to share it with one another. Let me just several points of that one is, through the physical sharing, sharing of the digits for the information, we facilitate not just collaboration but we facilitate divisions of labor. Trusted colleagues who I'll follow this stream of reporting; you follow that stream of reporting. We'll share our notes and observations.
Siehe auch:We'll do this when we get to A-Space sort of on a board where the senior comments are available to anybody, the juniors questions and comments are available to anybody. So that not everybody has to go through the same pile of data, that we have moved well down the road to making it accessible, making it sharable, making it interactive in facilitating the division of labor. We have to continue to push in that direction or people will simply never move away from their electronic inbox. Can you have too much information sharing? The short answer is no, my short answer. There are materials that need to be protected that do not need to be, should not be shared with everybody. I think of this as concentric circles. Most information in the community, the vast majority, should be available theoretically and actually to, say, everybody in the intelligence community with the right tickets. We're clearing people in the different agencies to the same level. If they ve got the same clearance, they should have the same access to the information, provided that the systems have been certified to the same level. And they now have been. The innovation of a single community CIO responsible for the accreditation of systems, we've now moved to the point where again, in theory essentially any information can move across the electronic pipes between all of the components. Everything should be discoverable. Everything will be discoverable in the Library of National Intelligence. That does not meant that everybody gets access to everything, that there do need to be compartments, and SAPs and so forth. But if you're working on a subject as an analyst, you're entitled to now indeed, I'd argue you must know if there's a body of reporting, a body of analysis on your subject that you haven't seen. You need to be able to go to somebody in your own organization who has got access to that and say, I think I need that, to at least begin the dialogue that may result in, no you don't. I'm in there. I review a product. I will ensure that you're not saying anything that is inconsistent with that material but you don't need it. Or, yeah, I think you do need it. And a process to request and gain access to a specific piece, a specific document, or perhaps the entire compartment. So we need to have that kind of control on it to protect truly sensitive materials. But we have to be able to discover their existence. We have to have procedures that are not arbitrary and that begin from judgments about I need this to do my work as opposed to I decide on whom I will bestow the privilege of looking at this information that I've put into my compartment. Den Signal Artikel Laboratory Integrates Intelligence über das neue gemeinsame Labor des Joint Transformation Command for Intelligence für Angehörige der zivilen und militärischen Geheimdienste, der Geheimdienst-Industrie und Wissenschaftler, die den Geheimdiensten zuarbeiten, um die neuesten Analyse-, Überwachungs- und Kontroll-Tools auszutesten und in Aktion zu erleben, den Government Executive Artikel Clandestine world of intelligence-gathering turns to an open market for data über die Reden und Antworten vom stellvertretenden Geheimdienst-Direktor für das Sammeln geheimdienstlicher Informationen Glenn A. Gaffney und vom Geheimdienst-Direktor Michael V. Hayden auf der Open Source (im doppelten Sinne) Konferenz 2008, den Signal Artikel DEFStar Shines Light on Networking über das geschlossene soziale Netzwerk "DEFStar", einer Mischung aus Facebook und LinkedIn, basierend auf Drupal, das von der Defense Information Systems Agency (DISA) seit 2007 aufgebaut wurde, sowie die Beiträge Die Netze und Blogs im Auge und Big Brothers und das Web 2.0.
Geschrieben von Kai Raven
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22:20
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Firefoxsuche im Blog - Dienstag, 12. August 2008
Kristian hat sich für Isotopp ein Firefox Suchmaschinen Plugin nach Anleitung von developer.mozilla.org gebastelt. Nützliche Sache, nicht nur für andere Nutzer, sondern auch für mich selbst, da ich oft im eigenen Blog ältere Inhalte suchen muss. Schön, dass er auch Serendipity einsetzt, das machte das "Klauen" einfacher
![]() Aufgenommene Suchmaschinen Plugins und die Anzeige der Isotopp Blogsuche, wenn man das Plugin deklariert.
Geschrieben von Kai Raven
in Dies und Das, Software, Weblog
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17:25
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Die Netze und Blogs im Auge - Dienstag, 5. Februar 2008![]() ![]() Via: Secrecy News - Open Source Intelligence Advances
Geschrieben von Kai Raven
in Data Mining / Fusion, Geheimdienst / Polizei, Internet / TeKo, Weblog
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20:53
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Januar Zeitgeist - Freitag, 1. Februar 2008
Rangliste der Suchausdrücke für Januar:
Geschrieben von Kai Raven
in Dies und Das, In Kürze, Weblog
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21:03
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Xmas-Break - Montag, 10. Dezember 2007![]() Mit einem Foto des Nubble Lighthouse von Ron Phillips (Licht an!
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