Anonym im Internet per Buch - Montag, 19. November 2007
Seit Anfang November ist ein Buch in den Buchhandlungen erhältlich, auf das ich Euch hinweisen möchte.
Es heißt Anonym im Netz – Techniken der digitalen Bewegungsfreiheit und ist von Jens Kubieziel geschrieben, der sich auch in seinem Weblog der Anonymisierung, Datenschutz, IT-Sicherheit und Aspekten des Kontroll- und Überwachungs-Komplexes widmet. Ich konnte das Buch schon vorab im Entwurfsstadium lesen und hatte dem Autoren zu der einen oder anderen Stelle per E-Mail meine Kommentare zugeschickt.
![]() Der praktischen Nutzbarmachung des Anonymisierungs-Netzwerks Tor ist auch die Hälfte des Buches gewidmet. Der Leser wird über die Funktionsweise seines lokalen Onion-Proxy genauso aufgeklärt, wie über die Funktionweise der vernetzten Onion Router, die Geschichte des Onion Routings und des Tor Netzes. Auch mögliche und bis jetzt bekannt gewordene Angriffe und Angriffsszenarios gegen Tor werden erklärt, was dem Leser des Buches und Tor Anwender anschaulich macht, warum jeder Start von Tor mit dem Hinweis verbunden ist, "dass Tor experimentelle Software ist und man sich für starke Anonymität nicht auf Tor stützen sollte". Aber man braucht keine Angst zu haben, dass man als Leser mit theoretischen und wissenschaftlichen Ausführungen überfordert wird. Dafür sorgt das Kapitel über den praktischen Einsatz von Tor, in dem – wie auch in den Kapiteln zu weiteren Anonymisierungstechniken verständlich, gut lesbar und mit Abbildungen – eine Führung von der Tor Installation für alle Plattformen bis hin zur Nutzung von Tor für das anonyme Publizieren über versteckte Tor Dienste unternommen wird. Dazu zählt auch, wie man das SOCKS-basierte Tor über Socks-Wrapper für andere Anwendungen nutzt, die Tor nicht direkt oder indirekt über HTTP-Proxys unterstützen, wie man über Tor und verschiedene E-Mail Anwendungen (verschlüsselte) E-Mails versendet und abholt, für verschiedenen IRC und Instant Messaging Clients Tor einschalten kann, Tor als anonymisierenden "FTP-Proxy" für den Datenverkehr mit FTP-Servern nutzt oder SSH mit Tor verbindet. Auch über Fehler und Probleme, die mit der Tor Nutzung auftreten können, Risiken, die es auch bei der Tor Nutzung gibt oder die Frage, welche Optionen zu setzen sind, wenn man einen Tor Router aktivieren will, wird der Leser nicht im Unklaren gelassen. Ein weiteres Kapitel ist der Vorstellung und Nutzung der JonDonym Mix-Kaskaden gewidmet, die viele Internetnutzer parallel, alternativ oder ergänzend zum Tor Netzwerk für ihre Anonymisierung verwenden. Für beide ist es wichtig, dass der Internetnutzer zusätzlich seinen Webbrowser absichert, um eine Aufhebung der Anonymisierung über Cookies oder aktive Inhalte zu verhindern, wozu auch die Ausfilterung kritischer HTTP-Header und Seiteninhalte mit HTTP-Proxys wie Privoxy beiträgt. Wie man das mit Firefox Erweiterungen und Privoxy bewerkstelligt, zeigt das Kapitel "Anwendungen zum Schutz Ihrer Privatsphäre". Schön finde ich, dass im Buch auch der Funktionsweise, Installation, Konfiguration und Anwendung der E-Mail Remailer ausrechend Platz eingeräumt wurde, da sich zum Beispiel die Vorratsdatenspeicherung neben der Telefonie hauptsächlich gegen die Kommunikation per E-Mail richtet. Wenn man sich bisher unter Nym-Server, Cypherpunk-, Mixmaster und Mixminion-Remailer nichts vorstellen kann und erfahren möchte, wie man die unter Linux und Windows installiert und konfiguriert, um anonym per E-Mail zu kommunizieren, kann sich in den Kapiteln über die Grundlagen anonymer Werkzeuge und den praktischen Einsatz von Remailern das dazu nötige Wissen aneignen. Die Umsetzung über den eingebauten Konsoleclient von Mixmaster, mit den nötigen Kommandos für Mixminion oder über die grafischen Windows-Clients Quicksilver und OmniMix sind ebenfalls Bestandteil der Kapitel. "Techniken der digitalen Bewegungsfreiheit" lautet der Untertitel des Buches richtig, denn die noch existierende, aber mit Videoüberwachung, Lokalisierungs- und Bewegungsprofilen per RFID und GPS Funktechnik, Konsumentenprofilen, Scoringtabellen und Kundenkarten ebenfalls weiter abnehmende Bewegungsfreiheit, die Internetnutzer als Bürgern und Kunden im Real Life selbstverständlich praktizieren können, steht im Internet unter starkem Beschuss durch staatliche und kommerzielle Datenkraken. Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung und seine Ausübung als Voraussetzung und Bestandteil dieser Bewegungsfreiheit technisch zu schützen und im Internet praktizieren zu können, wird deshalb immer wichtiger. Das Buch Anonym im Netz bietet dazu Hilfestellungen, Anregungen und Anleitungen zugleich, für diejenigen, die gerade beginnen, nach technischen Lösungen zu suchen, die ungern online am Schirm lesen oder die anderen Internetnutzern in Schulungen oder Seminaren Anonymisierung als Methode des technischen Schutzes der Privatsphäre und Daten im Internet näherbringen möchten.
Geschrieben von Kai Raven
in Anonymität, Data Mining / Fusion, Datenschutz, Geheimdienst / Polizei, Gesellschaft, Grundrecht, Internet / TeKo, Kryptografie, Netz, Papier, Politik, VDS, Zensur / Filter
um
12:37
| Kommentare (0)
| Trackbacks (0)
Wahlcomputermaschinen zur "Behandlung" von Wählern - Donnerstag, 15. November 2007
Einen interessanten Artikel darüber, wie man Wahlcomputermaschinen zur Aufhebung des Wahlgeheimnisses, der Überwachung der Wähler und je nachdem, wo die Maschinen zum Einsatz kommen, auch zur Vorbereitung der Eliminierung der Wähler selbst einsetzen kann, hat Jan Schejbal im Beitrag Wahlstatistiken, nicht anonym - dank Wahlcomputern geschrieben. Lesenswert.
Da ich gerade José Saramagos Buchtitel Die Stadt der Sehenden lese, in dem es um die Verhängung des Ausnahmezustandes geht, weil fast die gesamte Bevölkerung über die Abgabe "weißer Stimmzettel" ungültig wählt und so den regierenden Politikern ihre Legitimation entzieht, kam mir der Gedanke, dass man per Wahlcomputermaschinen schon die selektieren könnte, die nicht mehr gewillt sind, ihrer "staatsbürgerlichen Pflicht" zu folgen, alle sounsoviel Jahre als Stimmvieh zu den Urnen zu eilen. Nach Stadt der Sehenden steht auf jeden Fall die Stadt der Blinden auf dem Programm. Wie heißt es bei Year Zero nochmal? "Art is Resistance". Mit diesem Beitrag verabschiede ich mich auch in eine kleine Blogpause bis Montag, schönes und freies Wochenende allerseits.
Geschrieben von Kai Raven
in Anonymität, Anti-Überwachung, Datenschutz, Gesellschaft, Grundrecht, Papier, Politik, Überwachung
um
21:29
| Kommentare (14)
| Trackback (1)
Präventionsstaat zwischen Buchdeckeln - Montag, 12. November 2007
Neben anderen Buchtiteln kündigt sich eine weitere Neuerscheinung an, die interessant sein dürfte. Für mich persönlich, einige Blogger und Journalisten stellt sich die Frage nicht mehr, aber der Suhrkamp Verlag will sie im Titel "Vom Rechtsstaat zum Präventionsstaat?" stellen.
Auf die Aufsatzsammlung aus dem Suhrkamp Verlag, die im Frühjahr 2008 in der edition suhrkamp Reihe erscheinen soll (in der Vorschau bis März 2008 ist sie noch nicht enthalten), bin ich über den Aufsatz Der Rechtsstaat in Zeiten des Terrors - Warum für die Sicherheitspolitik jeder Tag der 12. September ist des Stellvertretenden Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Sicherheitspolitikers Wolfgang Bosbach (hier zuletzt im Beitrag Elektronische Ausweise und Portale für den kontrollierten Portalbürger in Erscheinung getreten, öfters aber in diversen TV-Quasselrunden zur Sicherheitspolitik zu sehen) gestoßen. Sein Aufsatz soll ebenfalls Bestandteil des Titels sein. Die Essenz der Bosbach'schen Umtriebe in Talkshows, Gazetten und im Bundestag habe ich mir noch nicht in vollem Umfang zu Gemüte geführt, weil ich um meine geistige Gesundheit fürchte, aber der erste Absatz enthält bereits einen Leckerbissen, den man ausgiebig durch die Mangel drehen könnte, wenn man auf Wiederholungen steht.
Die Köpfe und Herzen mit Angst zu erfüllen um so Macht über das Tun und Lassen der Menschen zu gewinnen, ist seit jeher das Ziel von Terroristen und, wenn man so will, der strategische Kern des Terrorismus. Die Bewahrung unserer freiheitlichen Lebensart ist darum der natürliche Kern jeder Anti-Terror-Strategie.
Bis zum Erscheinen kann man sich den Unterschied zwischen Rechtsstaat und Präventionsstaat auch von Georg Schramm und Erwin Pelzig in der Anstalt erklären lassen. Dort wäre Wolfgang Bosbach mit Sicherheit auch ein gerngesehener Patient. Aber trotzdem Danke an "Wobo" für den Buchtipp.
Geschrieben von Kai Raven
in Anti-Überwachung, Gesellschaft, Grundrecht, Papier, Politik, Terror, TV, Überwachung
um
13:41
| Kommentare (0)
| Trackbacks (0)
Sandra und die Verschlüsselung - Sonntag, 11. November 2007
Ist ja immer schön, wenn in der Presse auf Verschlüsselung hingewiesen und darüber geschrieben wird. Aber auch in diesem Fall muss es heißen: Sandra, lass es lieber, bevor Du Dich nicht wirklich mit ihr auseinandergesetzt und sie selbst ausprobiert hast.
Geschrieben von Kai Raven
in Dies und Das, In Kürze, Kryptografie, Papier
um
15:06
| Kommentare (10)
| Trackbacks (0)
Ver- und Entkettung digitaler Identitäten - Freitag, 2. November 2007
Zum heißen Eisen der "Verkettung digitaler Identitäten" hat das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein und die Technische Universität Dresden den 236 Seiten starken Bericht "Verkettung digitaler Identitäten" veröffentlicht, der als PDF erhältlich ist und demnächst auch als Buch erscheint. Allein das Inhaltsverzeichnis liest sich schon sehr spannend.
![]()
Die "Verkettung digitaler Identitäten". Hinter diesem abstrakt klingenden Titel stecken ganz konkrete praktische Themen, die Menschen in ihrer Rolle z.B. als Bürger, Kunde, Arbeitnehmer oder Internet-Nutzer bewegen: "Wo werden welche Daten über mich erhoben? Wer kann sie miteinander verknüpfen, wo werden Profile über mich erstellt? Wie lassen sich diese verketteten Daten auswerten?" Der Report wurde im Auftrag und unter Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Rahmen der Innovations- und Technikanalyse erstellt.
Unsere digitalen Identitäten haben also viel mit aktuell bewegenden Themen wie Data Mining, der Anlage und Analyse von Nutzer-Kunden-Bürger Profilen durch kommerzielle und staatliche Datensammler, der Personenkennziffer in Gestalt der Steuer-Identitätsnummer und weiterer eindeutiger Identitätsschlüssel, der Zentralisierung verschiedenster Internetdienste wie bei Google, den sozialen Netzwerken und "Web 2.0 Communities", Aufenthalts- und Bewegungsprofilen per GPS, RFID oder automatischer Kennzeichnenerkennung, Rasterfahndung, Antiterror-Datenbanken und -Watchlisten, Sortierung und Bewertung durch Scoring-Verfahren, Besucher-Monitoring mit Tracking-Cookies, Authentifikationssystemen wie OpenID und InfoCard, Anonymisierung und Pseudonymität etc., etc. zu tun.Die Frage, inwieweit persönliche Informationen verkettet werden können und sollen, betrifft die Basis des Konzeptes "Datenschutz" – oder genauer: des Schutzes der Privatsphäre der Menschen. In unserer Informationsgesellschaft geschieht dies vor allem über sog. "digitale Identitäten". Diese finden sich beispielsweise in Nutzerkonten bei Anbietern im Internet, in Kundendatenbanken von Unternehmen oder auch in staatlichen Datenbeständen. Zu digitalen Identitäten gehören auch Ordnungsnummern der Verwaltung, biometrisch aufgenommene Merkmale wie z.B. Fingerabdrücke oder selbst flüchtige Daten, z.B. die einem Gast eines Internet-Cafés zugeordnete IP-Adresse. Mit ihnen lassen sich einzelne Datenspuren verketten und zu umfassenden Persönlichkeitsprofilen oder persönlichen Historien verknüpfen. Wer als Datenschützer, Bürgerrechtler oder politischer Aktivist reichhaltigen Lesestoff sucht, wird in dem Bericht fündig werden. Zur Ergänzung könnten die Titel Menschenrechte in Zeiten des Terrors von Rolf Gössner, 1984.exe von Sandro Gaycken, Verteidigung des Privaten von Wolfgang Sofsky, Das Ende der Privatsphäre von Peter Schaar oder der Grundrechte-Report 2007 dienlich sein – auch für den diesjährigen Bücher-Gabentisch Die Anzahl aktueller Titel zeigt, dass Privatsphäre, Datenschutz und Grundrechte zumindest auf dem Papier gefragte Themen sind. Siehe auch: Chaosradio Express - CRE 051: Vorratsdatenspeicherung, Anonymität und digitale Freiräume si tacuisses - Report "Verkettung digitaler Identitäten" Chaosradio Express - CRE 059: Überwachung - Das Buch "1984.exe" bietet einen wissenschaftlichen Blick auf Überwachung
Geschrieben von Kai Raven
in Anonymität, Anti-Überwachung, Datenschutz, Gesellschaft, Grundrecht, Papier, Politik, Überwachung, VDS, Wissenschaft
um
13:04
| Kommentare (0)
| Trackbacks (3)
Nichts zu verbergen und zu befürchten für die Sicherheit? - Dienstag, 30. Oktober 2007
In den letzten Tagen stolpert man wieder verstärkt über die Falschaussage "[Als gesetzestreuer Bürger] habe ich nichts zu verbergen [, also habe ich vom Staat auch nichts zu befürchten]", die umso mehr auftreten wird, je näher der 1. Januar 2008 rückt, an dem die Vorratsdatenspeicherung in Kraft treten soll und wenn es wieder mal um das BKA-Gesetz oder die "Online-Durchsuchung" geht.
Ich bin gestern auf die Aussage gestoßen, aber in einem Buch, das ich gerade angefangen habe zu lesen: ![]() Cover der Sonderausgabe von "Kallocain - Roman aus dem 21. Jahrhundert" aus dem Jahr 1986. Kurz zum Kontext: Im Mittelpunkt des Buches steht Leo Kall, der Erfinder der nach ihm benannten Droge "Kallocain", die er unter Ägide des Staates mit "Menschenmaterial" entwickelt, um mit ihr den Menschen alle Geheimnisse zu entreißen, die sie vor dem Staat zu verbergen trachten.
"Ich hoffe, daß es dem Staat zum Nutzen gereichen wird", sagte ich. "Es ist ein Mittel, welches jeden Menschen dazu bringen wird, seine Geheimnisse preiszugeben. Alle Geheimnisse, die bis heute jeder aus Scham oder Fucht verschwiegen hat."
Nach einem Arbeitstag im Labor entspinnt sich über Kallocain ein Gespräch mit der "Hausgehilfin", die zugleich die Aufgabe hat, als informelle Mitarbeiterin über alles Protokoll zu führen, was in der Wohnzelle von Leo Kall vor sich geht. Nach einer kurzen Erläuterung Kalls zur Ähnlichkeit von Kallocain mit der Wirkung des Alkohols:
"Sie verstehen wohl, daß es sich um eine wichtige Erfindung handelt. In Zukunft wird kein Verbrecher die Wahrheit ableugnen können. Sogar unsere innersten Gedanken sind nicht unser Eigentum, wie wir so lange zu Unrecht geglaubt haben."
"Zu Unrecht?" "Ja gewiß, zu Unrecht. Aus Gedanken und Gefühlen werden Worte und Handlungen geboren. Wie ist es dann möglich, daß Gedanken und Gefühle Privateigentum des einzelnen sein könnten? Gehört nicht der ganze Mitsoldat dem Staat? Wem sollten denn seine Gedanken und Gefühle gehören, wenn nicht dem Staat? Bis heute bestand nur keine Möglichkeit sie zu kontrollieren – jetzt aber ist das Mittel erfunden." Sie warf mir einen kurzen Blick zu, doch senkte sie die Augen sofort wieder. Sie verzog keine Miene, aber ich hatte den Eindruck, daß sie erblaßte. "Sie brauchen nichts zu befürchten, Mitsoldat", ermunterte ich sie, "es besteht nicht die Absicht, all die kleinen Liebegeschichten oder Antipathien jedes einzelnen aufzudecken. Wenn meine Erfindung in private Hände fallen würde – ja, dann könnte man sich leicht vorstellen, was für ein Chaos daraus entstehen würde! Aber das darf natürlich nicht geschehen. Das Mittel soll unserer Sicherheit dienen, unser aller Sicherheit, der des Staates." "Mir ist nicht bange, ich habe nichts zu verbergen", antwortete sie ziemlich kühl, obwohl es doch nur freundlich gemeint war.
Geschrieben von Kai Raven
in Anti-Überwachung, Gesellschaft, Grundrecht, Internet / TeKo, Papier, Politik, Terror, VDS
um
15:44
| Kommentare (3)
| Trackbacks (3)
Kriegstrommeln - Dienstag, 23. Oktober 2007
Zum Thema "Krieg gegen den Terror" oder wie er auch von einigen Politikern, die meist aus dem neokonservativen Lager in den USA stammen auch bezeichnet wird, dem "globalen 3. Weltkrieg", der dem "Kalten Krieg" gegen das "evil empire" der Sowjetunion folgt, kurzum der Kriegsrhetorik, die den Aufbau nationaler und globaler Überwachungs- und Kontrollstrukturen unter dem Begriff der "Sicherheitsarchitekturen" dient, asymmetrische Kämpfe mit religiösen Fundamentalisten, Separatisten und Befreiungsbewegungen, die sich aufgrund der unterschiedlichen Ressourcen an Waffen und Kämpfern wie eh und jeh bekannter Guerilla-Methoden bedienen und der militärisch-polizeilichen Beantwortung sozialer und ökonomischer Konflikte, empfehle ich drei Links:
Geschrieben von Kai Raven
in Grundrecht, Linktipp, Papier, Politik, Radio, Rüstung, Terror, Überwachung
um
09:21
| Kommentar (1)
| Trackbacks (0)
"Google News" und Data-Mining für die EU - Montag, 24. September 2007
Vielleicht ist das ja auch etwas für Euch als "Newsjunkies": Der European Media Monitor (EMM) vom Institut für den Schutz und die Sicherheit des Bürgers (IPSC) der gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission.
Wie das IPSC in Web Mining and Intelligence (EMM) schreibt, dient der EMM dem Auswerten von offenen Quellen im Internet, was die Geheimdienste mit "Open Source Intelligence" oder OSINT bezeichnen, womit vor allem bis jetzt das Data-Mining der wichtigsten Medien- und Presseerzeugnisse gemeint ist, wie man in der EMM Web Site Map sehen kann: ![]() Mit der korrekten Zuordnung und Zusammenstellung hakt es zwar punktuell, was auf die vollständig automatisierte Auswertung und Zusammenstellung der Nachrichten zurüchgehen mag, die sich das IPSC bemüht zu optimieren, aber mit der umfassenden Nutzung von RSS-Feeds und E-Mail Newstickern, die man sich in fast allen Anwendungen und über die Ergebnisse der erweiterten Suchmaske erstellen kann, stellt der EMM eine gute Ergänzung, wenn nicht sogar Alternative zu den beliebten Google News dar. Was der EMM auch bietet, sind themenspezifische Nachrichtenticker wie zum Beispiel zu Sicherheit, Verbrechen, politischen Unruhen oder Terroranschlägen, die zum Teil mit grafischen Karten ergänzt werden: ![]() Commission services rely on fast accurate information by monitoring media coverage of EU policy areas and to respond to the unexpected. Some Commission services and agencies are setting up specific early warning response systems for crisis management. Examples include disease outbreaks, bioterrorism, natural, industrial and maritime accidents and disasters.
Aber nicht nur Nachrichten, die von TV-Sendern und Zeitungen produziert werden, will der EMM in Zukunft erfassen, sondern auch sich täglich aktualisierende Informationsquellen wie Webforen und Weblogs, wo sich der EMM mit Data-Mining Projekten und Plattformen zur Auswertung offener Nachrichtenquellen im Internet trifft, die aus der Ecke der Geheimdienste und Militärs kommen, die mehr auf die Auswertung als Form der Überwachung und Kontrolle von Meinungsäußerungen und Meinungsführern abzielen und den Internet-Monitoring Projekten "IMAS" in Deutschland und dem "Check the Web" Verbund auf europäischer Ebene. Das IPSC dazu:
Open Source Intelligence covers a much wider field than just news monitoring. Investigations often need to locate and retrieve thousands of potential documents off the Internet, or process thousands of documents locally. This is an impossible task to perform manually. Therefore EMM is developing tools which automate that process, both in the retrieval of information and in the extraction of information. Information extraction applies language technologies to unstructured text to extract "facts". It tries to identify "entities", the relations between them and events associated to a given text.
Monitoring Forums, Blogs and other frequently updated sites is increasingly a focus of attention. For these reasons EMM research in 2007 will look into new methods to monitor the so called "hidden web". The hidden web is that part of the Internet which search engines cannot access. Some estimate that the hidden web is actually 95% of the Internet content.
Geschrieben von Kai Raven
in Data Mining / Fusion, Internet / TeKo, Medien / Kultur, Netz, Papier, Politik, TV
um
18:15
| Kommentare (2)
| Trackbacks (0)
« vorherige Seite
(Seite 2 von 5, insgesamt 39 Einträge)
» nächste Seite
|
Gefahr-IndikatorKalender
im BlogScroogle-SSLixquick-SSLAktuell
Kategorien
Infos |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||





