Geheime Deals und Technik für den schmutzigen Drohnen-Krieg in Pakistan - Sonntag, 16. November 2008
Die Washington Post berichtete am 16. November 2008 in ihrem Artikel Pakistan and U.S. Have Tacit Deal On Airstrikes, gestützt auf die Aussagen hochrangiger Amtspersonen, über einen informellen Deal, der im September 2008 zwischen der Bush-Administration und der Regierung Pakistans für den roboterisierten Drohnen-Krieg in Pakistan geschlossen wurde, über den schon lange bezüglich der Drohnen-Angriffe Vermutungen angestellt wurden.
Nach den Aussagen lautet dem Deal gemäß die Linie der CIA, des US-Militärs und der US-Regierung, keine Angriffe mit Predator, Reaper und Global Hawk Drohnen in den Stammesgebieten zu bestätigen und Stillschweigen zu bewahren, während die Regierung Pakistans die Linie verfolgt, die Angriffe öffentlich für die pakistanische Öffentlichkeit zu missbilligen, die Desinformation zu streuen, die Angriffe würden sich auf die afghanische Seite der pakistanischen Grenzregion richten, aber im Hintergrund den Angriffen genauso stillschweigend zuzustimmen und Militärs wie auch den pakistanischen Geheimdienst mit den Amerikanern koopererieren zu lassen. Für die enge Zusammenarbeit und gemeinsame Nutzung der Drohnen unter dem Kommando der US-Streitkräfte und Geheimdienste spricht auch die Aussage von General David McKierman, Kommandeur der US-Truppen und zur Zeit der ISAF Verbände in Afghanistan, in seiner Rede beim Atlantic Council Think Tank am 18. November zum "Dreier-Ausschuss", der sich aus ihm selbst, ISI-Geheimdienstchef General Pasha (s. u.), seinem Vorgänger und jetzigen Generalstabschef der Pakistanischen Armee General Ashfaq Parvez Kayani und Vertretern der Armee Afghanistans zusammensetzt: "Wir tauschen Frequenzen aus, wir tauschen geheimdienstliche Informationen aus. Wir haben einen Videostream für Predator Drohnen, der im gemeinsamen Grenzkoordinationszentrum am Torkham Gate [Anm.: wichtiger Grenzkontrollpunkt am Chaiber-Pass] von der Pakistanischen Armee, der Afghanischen Armee und der ISAF genutzt wird. Wir koordinieren uns also auf verschiedenen Ebenen." Wie es in dem Artikel weiter heißt, folgten dem geheimen Deal im September ein intensiver Besuchsverkehr hochrangiger Militärs und Geheimdienstler beider Seiten. Pakistans Präsident Zardari war im gleichen Monat des Deals "auf Besuch" bei Bush, General Pasha, Chef des pakistanischen militärischen Geheimdienstes ISI traf Ende Oktober mit seinen amerikanischen Kollegen in Washington zusammen, US-General Petraeus, ab Ende Oktober Chef des Zentralkommandos (CENTCOM), machte Anfang November eine Stippvisite in Pakistan und am 12. November gab es ein informelles Treffen zwischen CIA-Direktor Michael Hayden und Präsident Zardari. Zweck der Gespräche war wohl, die Details des Deals und verdeckten Drohnen-Krieges auszuhandeln und auszuloten, wie es nach der US-Wahl weitergehen würde. Nicht mehr direkt, aber indirekt zwischen den Zeilen wird die Vermutung geäußert, dass die enge Kooperation und Deckung Pakistans neben den 10 Milliarden US$ US-Militärhilfe seit 2001 auch mit den 7,6 Milliarden US$ erkauft wurde, die Pakistan vom IWF zur "Bewältigung der Finanzkrise" erhält. Interessant ist auch ein Gespräch Zardaris mit dem demokratischen US-Senator John F. Kerry, dass an die Washington Post herangetragen wurde. Laut des Gesprächs habe Zardari Kerry darauf hingewiesen, dass die US-Regierung erkennen müsse, dass Pakistan mehr geleistet habe, als die US-Regierung anerkenne und Pakistan ein Opfer des gleichen Aufruhrs sei, den die USA bekämpfe. Ein Wink mit dem Zaunpfahl, dass weiter Waffen und Geld nach Pakistan fließen muss, auch unter Obama. In dem Gespräch soll Zardari auch das Interesse Pakistans angemeldet haben, mit den gleichen Waffen beliefert zu werden, mit denen amerikanische Streitkräfte und Geheimdienste ihren Krieg in Afghanistan und Pakistan führen, sprich Killer-Drohnen und weiteres High-Tech Kampfgerät für Pakistans Militär und Geheimdienste – "geben sie [Anm.: die Killer-Drohnen] sie uns, wir sind ihre Verbündete" soll Zardari Kelly gesagt haben. Von dort spannt der Artikel den Bogen zu den neuen militärischen Systemen, die laut Vertretern der Antiterror-Behörden und -Abteilungen der USA in Pakistan verwendet werden und Gegenstand des Beitrags Rätselraten über geheimes Kill-Programm des US-Militärs waren. Neben den Raketen, die von den Predator Drohnen der CIA abgefeuert werden, so der Artikel, habe man laut der Antiterrorvertreter während des Jahres "neue Hardware in der afghanisch-pakistanischen Grenzregion zum Einsatz gebracht, die es erlaube, die Bewegungen vermuteter Kämpfer sehr genau zu verfolgen". Zur "neuen Hardware" für die "Identifizierung, Aufspürung und Lokalisierung", von der "viel unter Geheimhaltung" stehe, gehöre demnach der konzertierte Einsatz "leistungsfähiger Sensoren an Spionagesatelliten, von Flugzeugen, Luftschiffen und Drohnen jeder Größe verschiedenster Typen." Oder wie es der Staatssekretär für Geheimdienste im Pentagon James R. Clapper Jr., während einer Konferenz (wohl dem Geospatial Intelligence Symposium 2008) umschrieb: "Die neuen Produkte der Kriegsführung sind sehr Laser-ähnlich und präzise geworden. Mit ihnen hat man die Möglichkeit, sobald man weiß, hinter was man her ist, das sehr lückenlos und ununterbrochen zu beobachten und zu überwachen – beharrlich. Und dann, im richtigen, kritischen Augenblick, mit der nötigen Rücksicht zur Reduzierung von Kollateralschäden, dieses Individuum auzuschalten." Das es Unterschiede zwischen der Realität des verdeckten Drohnen-Krieges in Pakistan und den Umschreibungen des Geheimdienstlers gibt, zeigt der steigende Body Count ziviler Opfer mit jedem Drohnen-Angriff. ![]() ![]() Ein Modul zur Zielmarkierung und für die Zielerfassung durch die Raketen der Drohnen aus dem Text Guidance on the Ruling of the Muslim Spy des Al Qaida Führers Abu Yahya al-Libi (Quelle: FAS - Al Quaida: Western Spies Multiply "Like Locusts", 13.07.2009) Wir haben hier also alle Merkmale und Bestandteile eines schmutzigen Krieges, der mit neuen Mitteln der Überwachungs- und Kriegstechnik aufgrund geheimer, stillschweigender Vereinbarungen zwischen den USA und Pakistan geführt wird, bei dem die Bevölkerung auch als Versuchtiere für den Einsatz der Technik herhalten muss, wie sie in Zukunft in anderen Konflikt- und Kriegsgebieten zu sehen sein wird – alles nur, um eine Handvoll zu ersetzender Taliban und Al Qaida Kommandeure auszuschalten? Das es in der restlichen Presse, insbesondere der deutschen Presse, keine ähnlichen Berichte und Artikel gibt, kann ich mir nur noch mit dem stillschweigenden Einverständnis erklären, dass diese Handvoll es wert sind, dass in Pakistan der neue Typ des "Globalen Krieges gegen den Terror" durchexerziert wird und er auch deshalb legitim ist, weil er den Sicherheitsinteressen Deutschlands dient. Siehe auch: C-Span - Videojournalist David Axe Vignette (embedded with the U.S. Air Force at Kandahar Air Base in southern Afghanistan) on Reapers & Predator Drones (23.12.2009) The Nation - Blackwater's Secret War in Pakistan u. a. über den Drohnen-Krieg der US-Söldnerfirma Xe (ehemals Blackwater) im Auftrag des US Joint Special Operations Command (JSOC) in Pakistan (23.11.2009) Washington Post - U.S.-Funded Intelligence Center Struggles in Khyber Region (11.01.2009) New Yorker - The Predator War - What are the risks of the C.I.A.’s covert drone program? (26.10.2009) Washington Post - CIA base attacked in Afghanistan supported airstrikes against al-Qaeda, Taliban (01.01.2010)
Geschrieben von Kai Raven
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20:01
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Ein echter Binninger - schwach im Zugang, schwach im Abgang - Freitag, 17. Oktober 2008
Zur Studienreihe des BSI über die "Messung der Abstrahleigenschaften von RFID-Systemen" (MARS) ein "echter Binninger" anlässlich der nicht geführten Debatte zur ersten Lesung des Gesetzentwurfs für die Einführung des elektronischen Personalausweises im Bundestag, der die Ergebnisse der 1. BSI Studie direkt für seine Zwecke zu nutzen wusste. Der CDU-Politiker Clemens Binniger, immer am Start, wenn es etwas zu verschärfen gibt, in der Heise Meldung:
Sicherheitsbedenken über das geheime Mitlesen der sensiblen persönlichen Daten bei einer Kontrolle mit Lesegerät bezeichnete der frühere Polizeibeamte als "jenseits aller Realität". Man müsste dazu in nächster Entfernung eine Abhöranlage mit Mikrofonen einrichten und bräuchte leistungsstarke Rechner zu Entschlüsselung der Mitschnitte.
Der Binninger unterschlägt damit natürlich nicht nur die anderen Aussagen der BSI-Studie, sondern er blendet wie das BSI selbst aus, dass es kein Problem darstellt, eine 20 - 40 cm große Abfangantenne am Körper zu tragen, sie mit einem leistungsfähigen Kleincomputer oder auch einem Laptop zu verbinden, das eh kein Aufsehen mehr erregt und sich in gebührender Entfernung zur Zielperson zu positionieren. Was er mit Mikrofonen zum Abfangen der Kommunikation zwischen RFID Chip und Lesegerät anfangen will, bleibt mir auch ein Rätsel. Binninger, Wiefelspütz und die anderen Internetausdrucker der Großen Koalition sollten einen Club gründen, in dem sie sich gegenseitig beibringen, wie das ganze Technik-Zeugs eigentlich funktioniert.
Gesetzentwurf zu elektronischem Personalausweis und elektronischer Identifizierung - Dienstag, 14. Oktober 2008
Gerade reingetrudelt: Der Entwurf eines Gesetzes mit Begründung der Bundesregierung in der Fassung vom 7. Oktober 2008 über (elektronische) Personalauseise (ePA) und den elektronischen Identitätsnachweis (eID) sowie zur Änderung weiterer Vorschriften. Die Heute im Bundestag Redaktion schreibt dazu im Beitrag Personalausweise auch für die "virtuelle Welt":
Der herkömmliche Personalausweis soll zu einem "biometriegestützten Identitätsdokument" werden. Auf Wunsch der Bürger könnten die gespeicherten Daten, darunter ein Foto des Ausweisinhabers, um zwei Fingerabdrücke erweitert werden, heißt es in der Begründung zum Gesetz über Personalausweise und den elektronischen Identitätsnachweis. Mit dem Gesetzentwurf zieht die Bundesregierung auch Konsequenzen aus der Föderalismusreform und überführt bisher von den Ländern geregelte Tatbestände in das Bundesrecht. Darüber hinaus soll der Ausweis "zum elektronischen Identitätsnachweis in der virtuellen Welt" werden.
Ich habe dazu geschrieben und schreibe es wieder: Alles Blödsinn! – alter Personalausweis ohne RFID Funkchip, "Bürgerportale" und "De-Mail", Speicherung biometrischer Körpermerkmale, Verknüpfung zum Bundesmelderegister, eID und ohne Milliardenkosten und weitere Datenschutzlochpotentiale reicht, zweckgebundene Smartcard mit elektronischer Signatur fürs Einkaufen, offiziellen "Briefverkehr" und eGovernment im Netz, wer es braucht. Punkt.Deutsche Personalausweise gehörten zu den fälschungssichersten Dokumenten der Welt, schreibt die Regierung in der Begründung des Entwurfs. Täter würden daher die Ausweise seltener fälschen, sondern vermehrt Dokumentenmissbrauch betreiben. Ausweise würden ihren Inhabern gezielt gestohlen und dann von fremden Personen verwendet, die den Inhabern ähnlich sehen oder sich ein ähnliches Aussehen durch Änderung von Frisur oder Brille verschaffen würden. Bei biometrischen Kontrollen sei dieser Missbrauch nicht mehr möglich, hofft die Regierung. Die Bürger könnten überdies durch die freiwillige Speicherung von Fingerabdrücken in dem Dokument "zur Verkleinerung dieses Missbrauchsrisikos beitragen". Dazu noch eine kleine Anekdote aus einem Gespräch (in einem Wagen, ging schnell): "Wir haben einen Brief von der Krankenkasse bekommen – da sollten wir Fotos von unseren Gesichtern machen und für diese neue Karte einsenden"
Wie Heute im Bundestag am 17. Dezember 2008 mitteilte, wurde der Gesetzentwurf zur Einführung des elektronischen Personalausweises (ePA) mit den Stimmen der CDU/CSU und SPD im Innenausschuss des Bundestages angenommen, während die Vertreter der Grünen, FDP und der Linken den Gesetzentwurf ablehnten. In der Mitteilung heißt es weiter, "durch das gesetzliche Benachteiligungsverbot [Anm.: keine Nachteile wg. Verzicht auf Fingerabdruckergebung und -speicherung] werde auch faktischer Druck verhindert. Das Benachteiligungsverbot ist Teil eines Änderungsantrags, den der Ausschuss ebenfalls am Mittwochvormittag mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen gegen die Stimmen von Linksfraktion und Grünen bei Enthaltung der FDP angenommen hat.""Sollten die biometrisch sein oder normal?" "?" "Kurzerklärung, was biometrisch bedeutet." "Nee, ganz normal. Haben wir unsere Digicam genommen und gemacht, war lustig." "Das ist für die Gesundheitskarte. Das ist aber nicht so toll, weil da Deine Krankheitsdaten über zentrale Server laufen und auch da gespeichert werden. Wer weiß, wer darauf alles Zugriff hat oder bekommen kann." " -- " "Das wirst Du auch für den neuen Perso machen müssen, nur das die dann biometrisch sind." "Ach ist das der, der so groß wie 'ne EC-Karte ist und dann prima ins Portemonnaie passt?" " -- " Wie in der Mitteilung wurde in letzter Zeit öfters die Nutzung der eID-Funktionen auch in "lokalen Verarbeitungsprozessen, etwa an Automaten" in die öffentliche Diskussion eingeschmuggelt. Man kann erwarten, dass über kurz oder lang der ePA zum Beispiel auch an Bankautomaten, Zigarettenautomaten o. ä. verwendet werden muss, langfristig dann, wenn man die Bürgerkarten- mit Kreditkarten- oder Kundenkarten-Funktionen verknüpfen wird, was zu weiteren Verkettungen und Verknüpfungen zwischen Daten, Identität und Nutzungsprofilen führt. Die CDU/CSU benutzte die Datenschutzskandale und Datenmissbrauchsvorfälle in der Witschaft (Krankenkassen, Banken, Telekommunikationsunternehmen, Call-Center) während des Jahres 2008, die sie durch jahrzehntelange Untätigkeit mit zu verschulden hat, zur Werbung für die eID- und Signatur-Funktionen des ePA in ihrer Pressemitteilung Elektronischer Personalausweis bringt Sicherheitsgewinn, in der es heißt: "Nach den bekanntgewordenen Datenmissbrauchsfällen in den letzten Monaten erhalten die Bürgerinnen und Bürger mit dem neuen E-Personalausweis ein Instrument, das die sichere Verwendung ihrer Daten im Internet gewährleistet". Das ist wie immer irreführender Unsinn, denn die Skandale hatten so gut wie nichts mit E-Commerce und Logins im Internet zu tun und der ePA wird solche Skandale auch in Zukunft nicht verhindern. Aber von den beiden CDU/CSU Herren Binninger und Uhl kann man auch nichts anderes erwarten als billige Propaganda. Der Gesetzentwurf wurde laut Tagesordnung des Bundestages schon einen Tag später am 18. Dezember 2008 unter Tagesordnungspunkt 12a vom Bundestag beschlossen. Ab 1. November 2010 kann also niemand mehr dem ePA mit biometrischem Gesichtsprofil und (noch) freiwilligem Fingerabdruckprofil, RFID Funkchip und angekoppelten eID-Funktionen entkommen, wenn er bis dahin nicht bereits seinen alten Personalausweis erneuern musste. Das bedeutet auch, spätestens ab 2020 - 2022 ist der ePA und die biometrische Erfassung aller Bundesbürger durchgesetzt.
Geschrieben von Kai Raven
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11:31
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DARPA will mit GANDALF zaubern - Mittwoch, 8. Oktober 2008
The Register hatte im Beitrag DARPA to begin mysterious 'Project GANDALF' über ein neues, unter Geheimhaltung stehendes Projekt aus der Hexenküche der DARPA berichtet, das nach dem Magier im Herrn der Ringe mit dem Codenamen Gandalf" belegt wurde.
Der Beitrag gibt eine spärliche Information der DARPA zu "Gandalf" wieder:
The Gandalf program is an advanced technology and development and demonstration program that is seeking solutions to ... radio frequency (RF) geolocation and emitter identification using specific emitter identification (SEI) for specific signals of interest. The ultimate goal of the Gandalf program is to enable a set of handheld devices to be utilized to perform RF geolocation and SEI on RF signals of interest to the Gandalf program. The specific goals and performance objectives associated with RF geolocation and SEI for the Gandalf system are classified.
Also eine Reihe von Handgeräten, die Funkfrequenzen und spezielle Daten oder Identifizierungsdaten, die vom Sender abgestrahlt werden, ab- oder auffangen, um den Sender zu identifizieren und zu lokalisieren.Im Artikel wird gemutmaßt, dass Mobilfunkgeräte das Ziel sind, deren Träger man mit Hilfe der Handgeräte lokalisieren und verfolgen möchte. Wahrscheinlich hat man die Handys von "Terroristen" im weitesten Sinne und Kämpfern in Palästina, Pakistan, Afghanistan und im Irak im Auge, deren Funkverkehr bereits mit Drohnen überwacht wird. Da man alle Handys erfassen können möchte, denke ich nicht, dass man von Handys spricht, die bereits RFID Funchips enthalten oder GPS-Module. Hört sich fast danach an, als wollte die DARPA IMSI-Cather auf Handgerät-Größe schrumpfen lassen, die man dann drei Personen von Spezialkräften mitgibt, die dann "Basisstation" spielen, die IMSI abfangen und das Handy per Triangulation lokalisieren und verfolgen. Der Gedanke kommt mir jedenfalls nach Artikeln wie Tracking a suspect by mobile phone der BBC aus dem Jahr 2005. Würde auch in Woodwards geheime Militärprogramme zur Lokalisierung und Verfolgung mit anschließender Eliminierung hineinpassen. Oder ist das eine abwegige Spekulation? Diese Information könnte eine mögliche Erklärung bieten, in welche Richtung "Gandalf" auch gehen könnte. Im Budgetantrag der U. S. Army für Forschung und Entwicklung, der im Februar 2007 für das Jahr 2008 eingericht wurde, findet sich das Projekt 906 "TAC EW TECHNIQUES" (Taktische Techniken der Elektronischen Kriegsführung), das laut Antrag bis 2013 angelegt ist. Darin heißt es:
This project researches and applies key electronic warfare (EW) technologies to intercept and locate current and emerging threat communications and non-communications emitters to provide vital, quality combat information directly to users in a timely actionable manner in accordance with concepts for Future Force intelligence operations. This project contributes to the commanders ability to see the enemy, both as a unit and as part of a complex, adaptive organization, allowing a "See First, Understand First, Act First" standard of operations. This project investigates radio frequency (RF) collection and mapping technologies to offer real time emitter detection, location, and identification. Efforts include adding an autonomous RF collection capability and algorithms into tactical software defined radios to detect, locate and display enemy RF emissions. It also evolves electronic attack (EA) components into smaller, lower power, lightweight, common modules that counter modern threat Command, Control, Communications, Computers, Intelligence, Surveillance, and Reconnaissance (C4ISR) systems. In addition, this project enables a remote capability to disrupt, deny, or destroy threat communication signals. Other research areas include fusion (automated assimilation and synthesis) of battlefield intelligence data to enable interpretation of current and future enemy activities and allowing development of courses of action in time to act decisively and in a pre-emptive manner.
Siehe auch:In FY06, developed electronic support for the Future Force sensor model; integrated electronic support measure (ESM)/signals intelligence (SIGINT) algorithms into ground sensor systems; developed and investigated adaptive/smart antenna processing techniques to enhance baseline information operations system; investigated novel radio frequency probing and other techniques for detection, location, and selective neutralization of triggering devices. In FY07, collect target vulnerability data, continue development of adaptive array processors for use in a tactical setting to counter problems associated with multipath, co-channel, and co-site interference, and to provide a precise geolocation capability; develop more effective techniques using broad range of target focused information operations (IO) algorithms based on individual target transmission parameters rather than brute force techniques; begin development of effects based IO deception techniques to influence a potential targets plan of action. In FY08, will continue algorithm development for an expanded range of potential targets, as well as software development for data thinning and nodal analysis applications; will expand algorithms development for larger range of targets; will continue deception and effects algorithm development. In FY09, will investigate and develop techniques to engage emergent communications technologies for inclusion into IO techniques database; will refine IO techniques database for access and use by other users including Joint Service and other members of intelligence community Danger Room - Darpa Launches Secret 'Gandalf' Project
Geschrieben von Kai Raven
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23:48
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BSI lässt Angriffe auf und Schutz vor RFID Chips untersuchen - Mittwoch, 8. Oktober 2008 Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat die interessante vierteilige Studie "Messung der Abstrahleigenschaften von RFID-Systemen" (MARS) in Auftrag gegeben, die sich mit "Angriffsmöglichkeiten und der Robustheit von RFID-Systemen" beschäftigt und dazu den ersten Teil über das "passive Mitlesen der Kommunikation bei ISO 14443 und ISO 15693" vorgelegt. Der zweite Teil wird sich mit dem "aktiven Auslesen der Tags [RFID Funkchips] über große Entfernungen" beschäftigen.Man könnte die beiden ersten Teile der Untersuchungen des BSI auch als Antwort auf die im Hackerumfeld durchgeführten Tests der Mit- und Auslesemöglichkeiten von RFID-Funkchips und des Datenverkehrs zwischen RFID-Chip und RFID-Lesegeräten verstehen, was man eventuell bei der Interpretation der Untersuchungsergebnisse berücksichtigen muss. Was die "Robustheit" angeht, befasst sich der dritte und vierte Teil mit dem "aktiven Stören der Kommunikation für alle zu untersuchenden Systeme" und der "Simulation eines "Blocker-Tags" für das System nach ISO 14443". Deshalb könnte man auch sagen, dass sich die beiden letzten Teile mit Möglichkeiten des technischen Datenschutzes beschäftigt, denn verschiedene Projekte entwickeln technische "Störer" und "Blockierer", mit denen man sich selbstbestimmt und ganz dem Auslesen von RFID Funkchips im oder am Körper entziehen kann. Für den ersten Teil wurde unter Laborbedingungen untersucht, wie hoch die maximale Mitlesereichweite der Kommunikation zwischen zwei RFID-Systemen, bestehend aus Lesegeräten und zwei passiven [Anm.: Chip und Antenne ohne eigene Energieversorgung mit Batterie, sondern Energieversorgung des Chips über das Lesegerät] RFID-Chip Techniken ist. Als Testobjekte dienten "Proximity" / ISO 14443 RFID-Chips mit einem Betriebsabstand zwischen Chip und Lesegerät von bis zu 0,15 m und "Vincinity" / ISO 15693 RFID-Chips mit einem Betriebsabstand zwischen Chip und Lesegerät von bis zu 1 m, Lesegeräte von Phillips und FEIG Electronic und einer Antenne von DTE. Für die Versuche wurden die Chips direkt an den Lesegeräten befestigt und die Antennen der Lesegeräte direkt auf die zum Mitlesen gedachte Abfangantenne ausgerichtet. Für das Lesegerät zum Mitlesen der abgefangenen ID-Nummer bauten die Wisschenschaftler ein modulares Empfangsgerät, auf das sich zwei Empfangsteile aufsetzen lassen, da beide Kartensysteme unterschiedliche Übertragungsverfahren verwenden. ![]() Versuchsanordnung mit Abfangantenne im Hintergrund und ISO 14443 Lesegerät + RFID Chip im Vordergrund. ![]() Empfangsgerät mit audgesetztem Empfangsteil für das ISO 14443 System. Wie es in dem Bericht heißt, habe sich bei dem ISO 14443 System eine Abfangantenne mit einem Durchmesser von ca. 25 cm und bei dem ISO 15693 System eine Abfangantenne von ca. 40 cm für "beste Mithörergebnisse" herausgestellt. Laut dem Bericht ergaben sich bei den Versuchen für das ISO 14443 System eine immer 100-prozentig richtige Mitlesemöglichkeit der ID-Nummer Übertragung bis zu einem Abstand der Abfangantenne von der Chip / Lesegerät Anordnung von 2,3 Metern, bei dem anderen System bei einem Abstand bis zu 2,4 Metern. Im Fazit kommt der Bericht zu dem Schluß, dass "es grundsätzlich möglich ist, die Kommunikation eines ISO 14443- oder ISO 15693-Systems passiv mitzuhören" und die "Gefährdung des Mithörens einer RFID-Kommunikation (...) theoretisch (...) zwar eine gewisse Relevanz hat, jedoch in der Praxis eher von untergeordneter Bedeutung ist", weil die besten Mitlese-Ergebnisse nur mit den angepassten und abgestimmten Versuchsanordnungen zu erzielen waren und im Labor nicht das Umgebungsrauschen und verminderte Signalfeldstärken existieren, wie im realen Einsatz in einem Flufhafen, in einem Geschäft oder in einer Bank. Wie es weiter heißt, wurde auch der RFID-Chip des elektronischen Reisepasses (ePass) in einer "separaten Untersuchung" getestet, dazu die genauen Versuchsanordnungen und Testresulatate aber nicht vorgelegt. Zur Möglichkeit des passiven Mitlesens der Kommunikation zwischen ePass Chip und Lesegerät heißt es im Fazit nur:
Demnach sind anhand dieser Messergebnisse die Grenzen der reellen, d.h. auswertbaren Mitlesbarkeit für den ePass im Bereich von unter vier Metern als Maximalentfernung anzusetzen. Dieses jedoch auch nur mit äußerst großem Aufwand. Die Messergebnisse zeigten, dass spätestens bei einer Entfernung von vier Metern so deutliche Veränderungen des Empfangssignals vorhanden sind, dass die Daten nicht mehr fehlerfrei wiederherstellbar sind. Selbst mit sehr aufwändiger Empfangstechnik ist eine fehlerfreie Decodierung dieser Daten nicht mehr zu erwarten.
Nebenbei bemerkt, eignet sich der erste Teil und vielleicht auch die weiteren Teile auch für Leute, die noch nie etwas von "RFID" gehört haben, um erste Einblicke zur RFID Technik zu gewinnen.Siehe auch: heise - Letzte Details der Mifare-RFID-Verschlüsselung veröffentlicht FoeBuD e. V. - Der gläserne Bürger - Online-Seminar zum Thema RFID (vom 14. bis 24. Oktober 2008) EurActiv - Interview mit Europäischem Datenschutzbeauftragten Hustinx: Tracking people 'easier' with RFID (10.10.2008) BSI - BSI veröffentlicht Technische Richtlinie für den sicheren RFID-Einsatz (24.11.2008) The Register - Passport RFIDs cloned wholesale by $250 eBay auction spree (02.02.2009)
Geschrieben von Kai Raven
in Anti-Überwachung, Chips, Datenschutz, Kryptografie, Politik, Wissenschaft
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Chaosradio sendet zum elektronischen Personalausweis - Montag, 22. September 2008
Am Mittwoch hebt das Chaosradio ab 22:00 Uhr nach dem elektronischen Reisepass (ePass) noch einmal die Details und Konsequenzen des elektronischen Personalausweises (ePA) in der Sendung Biometrische Ausweisdokumente - Jetzt erfassen wir alle (MP3-Datei) in das Programm und versucht, einen Ausblick auf dessen Potentiale für zukünftige Zwecke zur Identifizierung, Kontrolle und Überwachung zu geben. Der Ankündigungstext:
Die Einführung von Fingerabdrücken in den geplanten elektronischen Personalausweis (ePA) ist vor kurzem beschlossen worden. Konzeptionelle Fehler aus dem Paßgesetz werden also nun im Scheckkartenformat wiederholt.
Noch kann man den alten Personalausweis beantragen, wenn man den Verlust des Personalausweises zu beklagen hat, was sich aber relativiert, wenn die Inanspruchnahme staatlicher oder wirtschaftlicher "Dienstleistungen" immer mehr zwingend an Authentifizierungsfunktionen und Einsatz des ePA gebunden werden.
Wir kennen das schon vom biometrischen ePass: kein Sicherheitszuwachs, aber hohe Kosten. Anders als noch beim Reisepaß ist mit dem ePA nun allerdings jeder Bürger in Deutschland gezwungen, ein elektronisches Ausweisdokument mit gespeichertem biometrischen Merkmal zu beantragen. Da auch dauerhaft hier lebende Ausländer eine elektronische Karte bekommen, wird also nun endlich der Traum von der vollerfaßten Bevölkerung wahr. Der neue ePA soll übrigens zusätzlich auch gegen Phishing und andere Formen von Internetbetrug helfen, das hoheitliche Dokument wird also zum Wirtschaftsgut. Da kann es nicht mehr lange dauern, bis die Wirtschaft auch die Fingerabdrücke für die Geschäftsabschlüsse verwenden möchte. Technische Lösungen für biometrische Systeme zur Identitätsabsicherung im Internet werden derzeit bereits am Markt erprobt. Die erkennungsdienstliche Behandlung bei ePA ist vorerst für die Fingerabdrücke allerdings freiwillig. Was technisch geplant ist und wohin die biometrische Reise geht, erzählen wir dem geneigten Zuhörer. ![]() Cover und Abbildung zu den Jubelartikeln über die Einführung des ePA (Biometrie + RFID Chip inside!) 2010 in der Innenpolitik Ausgabe 3/2008 des Bundesinnenministeriums. Eine kleine chronologische Auswahl bereits erschienener Beiträge zum Thema: Pläne für biometrische Gesichtsbilder und Fingerabdrücke Wie Wahnsinnige mit Fingerabdrücken jonglieren Bitte halten Sie Ihren ePA an das Lesegerät ePerso mit Fingerabdruck Opt-in Biometrischer ePass 3.0 von Samsung und der Bundesdruckerei Verfassungsbeschwerde gegen ePässe und ePersos Wollt Ihr die Online-Durchsuchung und den ePerso oder Maoam? Elektronische Ausweise und Portale für den kontrollierten Portalbürger Siehe auch: BITKOM - BITKOM begrüßt Einführung des elektronischen Personalausweises
Geschrieben von Kai Raven
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Pläne für biometrische Gesichtsbilder und Fingerabdrücke - Samstag, 13. September 2008
Zuletzt machten die Absichten der konservativ regierten Bundesländer und des Bundesinnenministeriums für automatische Abrufe und Abgleiche von Fingerabdrücken und Gesichtsbildern durch Sicherheitsbehörden und die mögliche zenralisierte bzw. verknüpfte Speicherung unserer biometrischen Daten über das Bundesmelderegister eine Riesenwelle im Frühjahr 2007. Aufgrund der Proteste und der Berichterstattung ruderte man zurück und Schäuble gab in jedes Mikrofon, das er finden konnte, das Verprechen ab, die Fingerabdrücke würden nur in den RFID Funkchips des elektronischen Personalausweises (ePA) und des elektronischen Passes (ePass) gespeichert werden.
Wie in den Heise Meldungen Abgleich biometrischer Ausweisdaten mit Fahndungsdateien gefordert und Bundesrat: Polizei soll erweiterten Zugriff auf E-Ausweis-Daten erhalten zu lesen ist, kommen nun der Innenausschuss des Bundestages und der Bundesrat mit einer Neuauflage der Pläne. Und das wird sich auch immer wieder fortsetzen, weil sie die Verwirklichung des nächsten logischen Schritts wären, bevor die biometrischen Daten für 1:n Abgleiche in wirklich großem Maßstab genutzt werden können, sobald die nötige Infrastruktur aus vernetzten RFID Readern und Videoüberwachungsinstallationen mit einem technisch und preislich akzeptablen Rahmen verfügbar sein wird und die biometrischen Algorithmen und Programme den nötigen Reifegrad erreicht haben. Davon werden wir dann lesen, wenn die Umsetzung vor der Tür steht.
Geschrieben von Kai Raven
in Biometrie, CCTV / Video, Chips, Geheimdienst / Polizei, Politik
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15:26
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Rätselraten über geheimes Kill-Programm des US-Militärs - Mittwoch, 10. September 2008
Bruce Schneier rätselt bereits in Secret Military Technology über Bob Woodwards Andeutungen über ein hochgeheimes Militärprogramm, das im Irak und in Afghanistan durchgeführt wird, um Aufständische, Taliban und ihre Anführer zu lokalisieren, anzuvisieren und gezielt zu töten. Anlass sind zwei Interviews mit Woodward, über das eine berichtet Schneier, über das andere mit Larry King auf CNN die AP in einer Meldung, die von Military.com mit dem Titel Woodward: Secret Ops Cut Iraq Violence wiedergegeben wird.
Woodward spricht von den geheimen Kapazitäten entweder als "Stoff, aus dem Romane mit militärischem Thema gemacht sind", setzt sie mit den militärischen Möglichkeiten gleich, die das Aufkommen von Panzern und Flugzeugen für die Kriegesführung bedeuteten, bezeichnet sie "als wunderbares Beispiel amerikanischer Genialität, mit der ein Problem während eines Krieges gelöst wurde" oder vergleicht sie mit dem Manhattan-Projekt zur Entwicklung der Atombombe. ![]() So etwas, nur anders. Nun gehen natürlich die Spekulationen los. Eine wäre, dass Woodward die Werbetrommel für sein neues Buch "The War Within: Secret White House History 2006-2008" rührt. Aber ich denke, das haben der Mann und seine Bücher nicht nötig, die verkaufen sich auch so. Dann würde das geheime Militärprogramm entweder durch neue technische oder menschliche Faktoren bestimmt. Der menschliche Faktor wäre zum Beispiel das Aufstellen von Todes-Schwadronen und Shoot-to-Kill Kommandos im großen Stil, auch mit Unterstützung von Söldnerverbänden, wie sie Blackwater anbietet oder "Contras" – damit hat man ja genügend Erfahrungen. Aber das über längere Zeit geheim zu halten, wäre schwierig und passt nicht zu den Andeutungen. Der technische Faktor könnten unbemannte Killer-Drohnen mit neuen Fähigkeiten sein. Aber deren Killer- und Überwachungs-Einsätze in Afghanistan, im Irak und im pakistanischen Grenzgebiet sind bereits bekannt. Es sei denn, im Ausland experimentiert und testet das US-Militär bereits mit Drohnen, Fahrzeugen und Einsatztrupps, die mit "Sensing through Walls" Technik ausgerüstet sind. Da das US-Militär immer wieder mit geheimen Satelliten-Programmen von sich reden macht, über die auch geschwiegen werden (muss), könnte es auch eine neue Satellitenart sein oder eine größere unbemannte Flugplattform, die nicht nur über neuartige Überwachungskapazitäten verfügt, sondern zugleich über ausgefeilte Kill-Funktionen. Vielleicht hat man denen Railguns oder Laserkanonen angehängt, mit denen das US-Militär seit einiger Zeit heftig experimentiert. Auf jeden Fall kann man mit 643 Milliarden US$ (Ja, fast so viel wie der ausgedachte Umfang des "Rettungspakets" der US-Regierung zur Milderung der amerikanischen Finanzkrise im September 2008), die ab 2009 für neue und geheime Satelliten-Programme wie u. a. das Broad Area Surveillance Intelligence Capability (BASIC) Satellitensystem und die Einrichtung des neuen National Applications Office (NAO) viel anfangen1. Das NAO wird als Schnittstelle und Durchschleuser zwischen der National Geospatial-Intelligence Agency (NGIA) und dem National Reconnaissance Office (NRO) und den militärischen, aber vor allen zivilen Sicherheitsbehörden dienen, denn mit dem NAO sollen Nutzung und Zugriff auf Spionagesatelliten und Aufklärungsaufnahmen, die von NGIA und NRO betrieben und produziert werden, für die inländische Überwachung des "Heimatlandes" massiv ausgeweitet werden. Robert Dreyfuss meint im The Nation Artikel Lethal High-Tech Counterinsurgency in Iraq, gestützt auf einen anderen Bericht der Washington Post und Woodwards Formulierung "[They use] every tool available simultaneously, from signals intercepts to human intelligence and other methods, that allowed lightning-quick and sometimes concurrent operations", dass es einfach die "Joint Task Force" Spezialeinheiten aus Militärs und Geheimdiensten im Irak und in Afghanistan sind, die alle Register ziehen, also die Aufklärungsdaten der Satelliten und Drohnen, die abgefangenen Inhalte überwachter Kommunikation, Informationen der Check-Points, Personenüberprüfungen und Durchsuchungen zusammenführen und so schnell verarbeiten, dass man effektiv zuschlagen kann. Das wird allerdings schon immer gemacht und das Spezialeinheiten und die Special Forces im Einsatz sind, ist ebenfalls "normal". Wenn es so ist, hätte Woodward allerdings tüchtig übertrieben. Die Bush-Administration geht nicht auf die Behauptungen von Woodward ein, versucht aber wie in der Pressemitteilung Afterword: Mr. Woodward's Reporting vs. Mr. Woodward's Editorializing vom 12. September, Woodwards Buch an sich mit den enthaltenen Aussagen zu Bushs Irakkrieg-Politik und seine Tätigkeit als Journalist zu diskreditieren. In der Einleitung schreibt White House Pressesekretärin Dana Perino: "A thorough and careful reading of the book leads us to conclude that Woodward's prologue and epilogue are not supported by his own reporting in the body of the manuscript. For a clear historical reading of the record we commend you to the following excerpts that support our view." Truthout weist im Beitrag Bob Woodward's Not-so-Secret Weapon in Iraq auf das 2007 gestartete "Continuous Clandestine Tagging, Tracking, and Locating (CTTL)" Projekts des US Special Operation Kommandos, der DARPA, Forschungseinrichtungen der Army und Air Force, der National Security Agency und der Defense Intelligence Agency hin, in das bis 2013 210 Millionen US$ inverstiert werden soll und auf den Endbericht "Transition to and from Hostilities" des Defense Science Board vom Dezember 2004, um die Verwendung des Begriffs "Manhattan Projekt" und die Lokalisierung und das Anvisieren in Woodwards Andeutungen zu erklären. Im Endbericht finden sich zum "Manhattan Projekt" folgende eindringliche Empfehlungen des Defense Science Board: Identifizierung, Lokalisierung und Verfolgung in der asymmetrischen Kriegsführung
Video- und Sensorüberwachungsnetzwerke, die in einigen Städten im Irak und in Afghanistan installiert wurden und der dortige erhöhte Einsatz unbemannter Drohnen und Roboter-Bodenfahrzeuge, Fokussierung der Videoüberwachung auf die "intelligente" Erkennung von Personen und Situationen, Großprojekte für international vernetzte Biometrie-Datenbanken, auf Muster- und Profilerkennung ausgelegte Data Mining und Fusion Programme der Geheimdienste zum Aufspüren von Personen und Gruppen, intensive Forschung zu Sensoren auf Mikro- und Nanoebene, Entwicklung und den Einsatz von Waffensystemen, die mit größerer Präzision und/oder Reichweite (Laser, Mikrowelle, Railguns, Spezialraketen für Drohnen) zuschlagen, Aufwertung und Aufrüstung der Satelliten-Aufklärung durch den Aufbau des National Applications Office (NAO) in den USA und neue Spionagesatelliten, die immer höhere Bodenauflösungen liefern und darauf ausgelegt sind, unter allen Wetterbedingungen nach unten spähen zu können, Identitätserfassung, Speicherung biometrischer Merkmale mit flächendeckenden Programmen im Irak, "Versorgung" der dortigen und globalen Bevölkerung mit smarten ID-Dokumenten und Geräten, die Funkchips und biometrische Techniken implementiert haben.
Wir empfehlen, dass der Verteidigungsminister, zusammen mit dem neuen Kopf der Geheimdienst Community, ein "Manhattan Projekt" ähnliches Programm für Identifizierung / Markierung, Aufspürung und Lokalisierung ("ID/TTL") auflegt. Wir sind der Ansicht, die Einrichtung solch eines Programms beinhaltet die Schaffung einer neuen Organisation, die einen allumfassenden technischen Ansatz bereitstellt, die Systeme und Technik zur Implementierung des Ansatzes, die Analysetechniken, die Sensordaten in nützliche ID/TTL Informationen umwandeln, die Außeneinsätze zur Ausbringung, Anwendung und Betreuung der Hard- und Software, die noch produziert wird und ein Feedback an die Führung des Verteidungsministeriums zum Einfluss der Schaffung von robusten ID/TLL Möglichkeiten auf diesbezügliche politische Entscheidungen und Richtlinien. ![]()
![]() ![]() Folien aus der CTTL Präsentation des Special Operations Kommando, September 2007. Aber auch das ist hinreichend bekannt. Bekannt ist nur nicht, ob die ganzen Bemühungen Bestandteil eines konzertierten "Manhattan Programms" in großem Maßstab sind. Übrigens wurde auch das (offiziell) eingestellte Total Information Awareness Projekt dereinst als "Manhattan Project" bezeichnet. Mehr zu sagen müsste man als verschwörungstheoretisch bezeichen, weil es dafür keine Beweise gibt. Zum "Programm" passt auch die am 1. Dezember 2008 veröffentliche Direktive 3000.07 des US-Verteidigungsministeriums zur irregulären Kriegsführung ("Irregular Warfare", IW), auf die der Artikel U.S. to Raise 'Irregular War' Capabilities in der Washington Post vom 4. Dezember 2008 eingeht. Als Resultat eines seit zwei Jahren andauernden Diskussionsprozesses im US-Militär und Antwort auf die laut Militärs größere Bedrohung durch die asymmetrische Kriegsführung durch Aufständische und Terroristen in "failing states", sieht sie vor, die Methoden, Truppen und Mittel der irregulären Kriegsführung, psychologischen Kriegsführung, der Aufstands- und Terrorbekämpfung aufzuwerten und auszubauen. Laut der Direktive ist ab jetzt die irreguläre Kriegsführung strategisch als genauso wichtig einzustufen wie die traditionelle Kriegsführung. Anders ausgedrückt, wird sich auch das US-Militär verstärkt der gleichen Taktiken und Strategien bedienen, die Aufständische, Oppositionsbewegungen und Terrorkommandos nutzen. Dazu zählt u. a. Aufrüstung, Aufstockung und verstärkter Einsatz aller Spezialeinheiten und ihres Kriegs- und Überwachungsinstrumentariums wie den oben genannten CTTL Kapazitäten:
3. USD(I). The USD(I) shall:
1 Government Executive - Congress cancels novel satellite program (21.10.2008)
Siehe auch: Washington Post - Under Obama, more targeted killings than captures in counterterrorism efforts (14.02.2010) Stern - Geheimoperation in Afghanistan - Mit Todeslisten gegen die Taliban (10.02.2010)
Geschrieben von Kai Raven
in Anonymität, Biometrie, CCTV / Video, Chips, Data Mining / Fusion, Drohnen, Geheimdienst / Polizei, Internet / TeKo, Klimakatastrophe, Ökonomie, Politik, Rüstung, Terror, Überwachung, Wissenschaft
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