Donnerstag, 15. November 2007Ein deutscher Tor Router Admin und die deutsche JustizKommentare
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Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass sich in den Gerichten viel ändern wird. Die kennen sich mit Sachen wie TOR auch nur so gut aus, wie der Rest der Bevölkerung. Und ich behaupte einfach mal, dass 95% der Bürger der BRD noch nie was von TOR gehört haben.
Das ist ein Problem, besonders jetzt wo bald die VDS kommt. Würde TOR hier zu bekannt werden und würde es fast jeder nutzen, so wäre die VDS überflüssig. Und das wollen die (wer auch immer dahinter steckt) ganz bestimmt nicht. Über Gegenmaßnahmen hinter den Kulissen kann man nur spekulieren.
Ein interessanter Punkt, den Du da im zweiten Absatz ansprichst. Ja, Tor bzw. Anon-Plattformen können nicht nur praktisch als Abwehrmethode gegen die VDS verwendet werden, sondern hätten auch schon deshalb größere Förderung und Verbreitung während des Kampfes gegen die VDS verdient, weil sie als argumentative Waffe gegen die VDS zum Einsatz kommen können. Zu spät.
Ich fürchte, die VDS wird eher zum Verhängnis für deutsche Tor-Nodes werden. Hast Du ja vor genau einem Jahr hier schon beschrieben, ich denke die Einschätzung ist nach wie vor richtig.
... die Luft wird in Deutschland immer dünner, was den Schutz der Privatsphäre betrifft. Die Betreiber deutscher Tor-Exit-Nodes werden hoffentlich dennoch nicht aufgeben, dafür ist das Gut, das sie schützen zu wichtig. Gerade in der heutigen Zeit, in der wie das Beispiel Burma gezeigt hat, das Internet und anonymisierte Kommunikation über dieses Medium von existenzieller Bedeutung.
Wieder einmal warst Du schneller mit Deinem ausführlichen Bericht als viele andere (mich eingeschlossen Danke dafür.
Also bei solchen Berichten kommt wir wirklich die Kotze hoch... Wie kann es denn sein, dass wir in einem selbsternannten Rechtsstaat leben, der nichts besseres zu tun hat, als Leuten wie Mirko eins überzubraten. Kann man gegen den Entschluss nicht noch irgendwie in Berufung gehen oder sonst wie Beschwerde gegen diese abstruse Abfertigung einlegen??
.... ich finde auch das man als Betreiber eines Tor Dienstes nicht aufgeben sollte, vorallem deswegen da solche Dienste echt nütlich sind und man sich dadurch nicht vollkommen durchsichtig macht!
Ja, prinzipiell schon. Aber wie Du Mirkos Bericht entnehmen kannst, steht man als Privatperson, die privat einen Ausgangsrouter (bei Middleman ist das ja noch eine ganz andere Sache) betreibt, erst einmal alleine da, mit den möglicherweise auftretenden Kosten und polizeilich-juristischen Prozeduren. Und wenn Du Dir das Vorgehen gegen Alexander vor Augen führst, muss man auch die Entscheidung eines Ausgangsrouter Betreibers respektieren, wenn er nicht mehr diesen Dienst erbringen will. Umso wichtiger sind Tor Ausgangsrouter, die von und in Organisationen innerhalb eines institutionalisierten Rahmens betrieben werden, weil das schon einen "Puffer", eine kleine Abschirmung schafft. Dazu zähle ich auch Presse- und Medienverbände, die sich ja gerne zur Meinungs- und Pressefreiheit hervortun. Und deshalb wäre auch eine Anlaufstelle oder etwas wie ein "Tor Defense Fond" wichtig, an den zum Beispiel die Nutzer spenden könnten, die letztlich von der Existenz der Ausgangsrouter profitieren.
Mirko (und viele andere) betreiben ihre Router auf eigene Kosten. Für Mirko kommen zusätzliche Kosten im Rahmen des Verfahrens hinzu, die er sicher nicht kalkuliert hatte. Eine Einstellung nach §153 StGB heißt: kein Freispruch und damit keine Erstattung der Anwaltskosten. Das ist eine neue Qualität im Vorgehen der Behörden.
Wer meint, dass die Betreiber von TOR-Nodes nicht aufgeben solle: Hier gibt es eine Möglichkeit praktisch zu helfen und nicht nur zu sabbeln!!! Es wäre ein Zeichen auch für die anderen deutschen Admins. Kai kennt eine öffentliche Kontaktadresse von Mirko, die ich hier im Blog nicht schreiben möchte. Abschließend möchte ich noch den Satz eines TOR-Admins aus dem OR-Talk zitieren: "We are fucked individually!" (Er hat recht, aber das muss sich ändern!)
nur in kurzen stichpunkten, was mir
auf die husche dazu einfällt: 1. wer das betreiben will sollte eine Rechtsschutzversicherung haben. damit fällt wirtschaftlicher schaden sehr wahrscheinlich flach. 2. amtsgerichte (v.a. im Süden) sind so. über die beförderung von richtern wird von staatssekretären in ministerien entschieden, mithin politisch motiviert. 3. ein ra und ggf. sachverständige, die von der materie verstehen und als zeugen ebenfalls geladen werden sollten, müssen (!) im vorfeld recherchiert, kontaktiert und ausgewählt werden. 4. organisation im rahmen eines vereins, der der- lei betreibt, ist hochgradig sinnvoll. schliesslich hat kein nerd die finanziellen möglichkeiten, die andere jungs haben, die bei gericht immer (!), z.b. mangels beweisen, den saal unbehelligt verlassen. 5. erster gedanke - von ra weiterzuentwickeln: verwendung meiner IP ist kein beweis, das ich (!) etwas strafbares getan habe. vielmehr wurde auch ich betrogen und möchte hiergegen strafanzeige stellen, dienstaufsichts- beschwerde einreichen, einzelheiten mit ra besprechen, strafrechtler bevorzugen ... 6. wenn alles nichts hilft: mit der rechtsschutz in die nächste instanz, keine solcher fragen sollte an einem ag entschieden werden. |
Gefahr-IndikatorKalender
im BlogScroogle-SSLixquick-SSLAktuell
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Man sollte meinen, dass das TOR-Netz inzwischen so verbreitet ist, dass die Justiz es kennt. Es wurden ja auch öfter schonmal Exit-Node-Betreiber angeklagt, weil jemand über ihren Knoten Mist gebaut hat. Das scheint nicht so zu sein. Ein neuer Fall e...
Aufgenommen: Nov 15, 21:29
Wie auf der TOR-Mailinglist "or-talk" und bei ravenhorst zu lesen ist,wird die Luft für die Privatsphäre in Deutschland immer dünner. Immer wieder und in letzter Zeit verstärkt kommen Betreiber von Anonymisierungsdiensten wie TOR in die Mühlen der Justiz.
Aufgenommen: Nov 15, 23:43
Über ein weiteres Beispiel für die geringe Sachkenntnis von Ermittlungsbehörden und Richtern bezüglich des Netzes (insbesondere von Tor) berichtet Kai Raven in seinem Artikel "Ein deutscher Tor Router Admin und die deutsche Justiz". Einem Betreiber ei
Aufgenommen: Nov 16, 14:30
Konsequenzen für Administratoren öffentlich betriebener Anonymisierungs-Server In dem am 9. November 2007 von der Mehrheit der Abgeordneten des Deutschen Bundestages beschlossenen Entwurfs des Gesetzes zur Neuregelung der Telekommunikationsüberwachun
Aufgenommen: Nov 20, 19:22